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Jedes zehnte Kind ist nicht „schulreif“

(FOTO: iStockphoto)

Mit heute beginnt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland das Schuljahr 2019/20. Mehr als 8.000 schulpflichtige Kinder sind jedoch nicht “schulreif”.

Insgesamt 93.000 Schulanfänger gibt es dieses Jahr in Österreich. Allerdings dürfen fast zehn Prozent davon (8.450 Kinder) nicht in die erste Klasse, sondern müssen ein Jahr in die Vorschule. Grund hierfür ist, dass die Buben und Mädchen von der Direktion als nicht „schulreif“ eingestuft wurden.

Schulreife unterschiedlich bewertet
Im österreichweiten Vergleich sieht man große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Im Burgenland gibt es kaum Vorschüler, während in Salzburg 19,8 Prozent aller schulpflichtigen Kinder in die Vorschule müssen. Danach folgt Vorarlberg (15,9 Prozent), Wien (13,2 Prozent) und Obersterreich mit 8,8 Prozent.

Dieser krasse Unterschied liegt unter anderem im Ansatz der jeweiligen Bundesländer. Während im Burgenland aufgrund der geringen Schüleranzahl Kinder früher in den regulären Unterricht gegeben werden, setzt man in Salzburg auf ein flexibleres Modell: „Bei uns können Kinder in der Vorschule jederzeit aufgestuft werden. Daher ist der Prozentsatz an Vorschülern bei uns so hoch“, so der Salzburger Bildungsdirektor Rudolf Mair gegenüber der „Kronen Zeitung“.

Ministerium arbeitet an Vereinheitlichung
Bisher gibt es nur in Salzburg ein einheitliches Modell für alle Schulen, nach welchem die Schulreife aller Kinder im Bundesland überprüft wird. Solch ein System soll es laut Plänen des Bildungsministeriums ab 2021 verpflichtend für ganz Österreich geben. Es handelt sich hierbei um ein von Wissenschaftlern entwickeltes Verfahren, welches ab 2020 freiwillig getestet werden kann.