Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Schockierend

Jungfrauen-Börse für Muslime: So lockt Portal Männer mit Zweitfrauen

Jungfrauen-Börse für Muslime: So lockt Portal Männer mit Zweitfrauen
FOTO: Instagram/nikkahgram
3 Min. Lesezeit |

Ein Dating-Portal für Muslime sorgt für Empörung: „NikkahGram“ vermittelt gezielt jungfräuliche Frauen als Zweit- oder Drittfrauen an Männer – trotz Polygamieverbot in Europa.

Die muslimische Dating-Plattform „NikkahGram“ mit Hauptsitz in London erregt derzeit erhebliches Aufsehen. Das Portal spezialisiert sich auf die Vermittlung zwischen muslimischen Männern und jungfräulichen Frauen, die bereit sind, als Zweit-, Dritt- oder sogar Viertfrau in eine Ehe einzutreten. Diese Ausrichtung löst insbesondere in westlichen Ländern heftige Kritik aus.

Baroness Shaista Gohir vom „Muslim Women’s Network“ fand gegenüber dem britischen „Telegraph“ deutliche Worte für das Angebot: „Was sie als ‚Familienwerte‘ präsentieren, ist kaum verhüllter Frauenhass, der sich gegen schutzbedürftige Frauen richtet“. Sowohl in Großbritannien als auch in Österreich ist Polygamie (Vielehe) gesetzlich untersagt – hierzulande drohen bei Zuwiderhandlung Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.

Fragwürdige Werbung

In der Eigendarstellung bezeichnet sich „NikkahGram“ als Dienst für Muslime auf der Suche nach einem „schüchternen, unberührten Ehepartner“. Gleichzeitig wirbt die Plattform offensiv damit, dass Männer hier zusätzliche Ehefrauen finden können. Ein auf Instagram veröffentlichter Werbeclip richtet sich explizit an Männer mit dem Wunsch nach „einer Frau oder einer zweiten/dritten/vierten Frau“, die „die Rolle als Mann und Ernährer und ihre als Hausfrau respektiert“.

Der Clip enthält zudem den Hinweis: „Wir ermutigen Brüder, im Ausland zu heiraten, insbesondere Zweitfrauen. Sie sind weniger feministisch eingestellt, traditioneller, und es gibt viele Jungfrauen.“

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Plattform basiert auf einer geschlechtsspezifischen Preisgestaltung: Frauen unter 35 Jahren, die den genannten Kriterien entsprechen, können den Dienst kostenlos nutzen. Männliche Nutzer hingegen zahlen entweder monatlich rund 29 Euro oder einmalig etwa 585 Euro für einen VIP-Zugang, der unter anderem mit dem Versprechen eines „schüchternen, unberührten Partners“ beworben wird.

In den Werbematerialien werden männliche Nutzer ausdrücklich ermutigt, im Ausland nach einer Zweitfrau zu suchen, die „weniger feministisch“ orientiert sei.

Die Betreiberstrukturen des umstrittenen Dating-Portals bleiben laut Recherchen der „Bild“-Zeitung im Dunkeln. Auf der offiziellen Webseite finden sich keinerlei Angaben zum Eigentümer.

Auch die genaue Nutzerzahl wird nicht transparent gemacht – die Plattform spricht lediglich vage von „Hunderten von Profilen weltweit.“

Rechtliche Grauzone

NikkahGram bewegt sich geschickt in einer rechtlichen Grauzone. Die Betreiber raten männlichen Nutzern explizit, islamische Eheschließungen in westlichen Ländern wie Großbritannien nicht offiziell registrieren zu lassen, da Polygamie dort strafbar ist. Stattdessen werden religiöse Zeremonien ohne zivilrechtliche Anerkennung empfohlen.

Diese Vorgehensweise erschwert die strafrechtliche Verfolgung, solange keine formale staatliche Registrierung erfolgt und die Betroffenen nicht öffentlich als Ehepaar auftreten. Die britischen Behörden haben bislang keine konkreten Maßnahmen gegen das Portal eingeleitet, da es formell nur als Vermittlungsdienst für religiöse Eheschließungen auftritt und keine zivilrechtlichen Ehen vermittelt.

Die Plattform selbst weist in ihren Nutzungsbedingungen darauf hin, dass sie lediglich die Kontaktaufnahme für religiöse Zwecke ermöglicht und keine rechtlich bindenden Ehen im Sinne des britischen oder österreichischen Rechts vermittelt – eine Strategie, die offenbar bewusst darauf abzielt, staatliche Kontrolle zu umgehen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen