Amtsmissbrauch in den eigenen vier Wänden: Ein Gerichtsvollzieher soll bei Terminen übergriffig geworden sein. DNA-Spuren und weitere Zeuginnen belasten den Beamten.
Ein Gerichtsvollzieher aus dem Innviertel steht derzeit im Zentrum staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Gegen den Mann wird wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung sowie Nötigung ermittelt, nachdem eine Frau Anzeige erstattet hatte.
Die Anzeigenerstatterin gab an, der Beamte habe während eines Termins in ihrer Wohnung sexuelle Handlungen von ihr verlangt und sei dabei übergriffig geworden. Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte man auf Anfrage des ORF Oberösterreich, dass sich die Aussagen der Frau in den Einvernahmen als glaubwürdig erwiesen haben. Zudem konnten die Vorwürfe durch forensische Beweise untermauert werden – die Frau hatte den Mann während des Übergriffs gekratzt und so DNA-Spuren gesichert.
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Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen erfolgte die Entlassung des Mannes aus dem Justizdienst. In der Folge meldeten sich zwei weitere Frauen, die ebenfalls von Übergriffen durch den ehemaligen Gerichtsvollzieher berichteten. Diese Meldungen erfolgten allerdings erst, nachdem der Beschuldigte nicht mehr im Amt war und ein Nachfolger die Tätigkeit übernommen hatte.
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Die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis führt die Ermittlungen und bestätigte die Vorwürfe als glaubwürdig. Ein konkreter Termin für das Gerichtsverfahren steht derzeit noch nicht fest. Das Justizministerium bestätigte die sofortige Entlassung des Beamten aus dem Justizdienst nach Bekanntwerden der Anschuldigungen.
Solche Fälle gelten im österreichischen Justizbereich als selten: Durchschnittlich werden jährlich nur zwei bis vier Disziplinarverfahren gegen Gerichtsvollzieher eingeleitet. In den vergangenen fünf Jahren wurden lediglich drei Gerichtsvollzieher wegen schwerwiegender Verfehlungen aus dem Dienst entfernt.
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Der Beschuldigte, dem nun ein Gerichtsverfahren bevorsteht, weist sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.