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Minus 6 Grad

Kälte bei Gletscher-Abenteuer unterschätzt: Heli-Einsatz für frierende Deutsche

Kälte bei Gletscher-Abenteuer unterschätzt: Heli-Einsatz für frierende Deutsche
FOTO: iStock/boggy22
2 Min. Lesezeit |

Vier deutsche Jugendliche planten eine Übernachtung auf Nordtirols höchstem Gipfel, was letztlich in einem nächtlichen Hubschraubereinsatz endete. Die Gruppe im Alter zwischen 17 und 19 Jahren hatte offenbar die Herausforderungen einer solchen Tour unterschätzt. Ihr Vorhaben, am Samstag von Vent aus die 3768 Meter hohe Ötztaler Wildspitze zu besteigen und dort zu übernachten, scheiterte deutlich.

„Die Temperaturdifferenz zwischen Tal und Gipfelregion wird im Herbst trotz schönen Wetters oft unterschätzt“, erklärt Franz Josef Fiegl, Leiter der Bergrettung Sölden. Genau dieser Aspekt wurde von den vier jungen Männern bei ihrer Planung vernachlässigt – mit ernsten Konsequenzen. Nach ihrem Start um 9 Uhr morgens in Vent stiegen sie über die Breslauer Hütte und den Klettersteig zum Taschachferner (Gletscher) auf.

Auf etwa 3400 Höhenmetern mussten die Jugendlichen feststellen, dass die Bedingungen deutlich unwirtlicher waren als erwartet: Bei klarem Nachthimmel und minus 6 Grad wurde die Situation unhaltbar. Eine Freiluftübernachtung war unter diesen Umständen nicht mehr möglich, weshalb sie gegen 21 Uhr einen Notruf absetzten.

Nächtliche Rettung

Die Bergrettung Sölden forderte daraufhin den nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber RK-2 aus Reutte an, der Windenbergungen durchführen kann. Der Helikopter kam nahezu direkt von einem anderen Einsatz im Wettersteingebirge, wo zwei unverletzt gebliebene deutsche Bergsteiger aus einer Steilwand der Schüsselkarspitze gerettet werden mussten, nachdem sich ihr Seil beim Abseilen verklemmt hatte.

„Die Sichtverhältnisse auf dem Gletscher waren nachts äußerst problematisch. Mir fehlten Orientierungspunkte, und Geländestrukturen waren kaum wahrnehmbar“, beschreibt RK-2-Pilot Oliver Waldschmidt die Situation.

Extreme Bedingungen

Bei der Rettungsaktion an der Wildspitze stellten sowohl die große Höhe als auch die extrem schwierigen Lichtverhältnisse besondere Anforderungen an den Piloten. „Es gelang uns, das Team per Winde auf dem Gletscher abzusetzen. Anschließend habe ich den Hubschrauber mit einer Kufe auf dem Untergrund abgestützt„, berichtet Waldschmidt weiter.

Diese Technik ermöglichte es, die deutschen Bergsteiger zusammen mit der Besatzung aufzunehmen. Die unverletzten Abenteurer konnten in einem einzigen Flug nach Sölden transportiert werden, wo bereits Mitglieder der örtlichen Bergrettung warteten um die jungen Männer zu ihrer Unterkunft zurückzubringen.

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KO KOSMO-Redaktion
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