Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Kältewelle

Kältetod vor der Tür: Wiens Notquartiere zu fast 100 Prozent belegt

Kältetod vor der Tür: Wiens Notquartiere zu fast 100 Prozent belegt
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Die Kältewelle trifft Wiens Obdachlose mit voller Härte. Während die Notquartiere an ihre Grenzen stoßen, verzeichnet das Kältetelefon der Caritas einen alarmierenden Anstiegsrekord.

Das Kältetelefon der Caritas verzeichnet seit November 2025 in Wien einen enormen Anstieg an Hilferufen. Über 5.600 Anrufe gingen bei der Notrufnummer (01/480 45 53) ein. Susanne Peter, die für das Kältetelefon verantwortliche Mitarbeiterin, bestätigt: „In knapp 200 Fällen konnten wir Menschen dank dieser Hinweise in ein Notquartier vermitteln.“ Die anhaltende Kältewelle stellt besonders nachts eine akute Lebensgefahr dar. Erste Fälle von Unterkühlungen und Kältestress bei wohnungslosen Personen wurden bereits dokumentiert.

Klaus Schwertner, Direktor der Caritas Wien, erklärt die angespannte Lage: „Dank Hinweisen aus der Bevölkerung und professioneller Zusammenarbeit mit den verschiedenen Streetwork- und Rettungsdiensten konnte den Betroffenen in den letzten Tagen noch rechtzeitig geholfen werden. Unsere Teams sind aufgrund der kalten Temperaturen höchst alarmiert.“

⇢ Kältester Ort Österreichs: Hier herrschen fast minus 26 Grad!

Notschlafplätze ausgelastet

Die Wiener Notschlafplätze stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Die rund 1.000 verfügbaren Betten der städtischen Winternothilfe sind nahezu vollständig belegt. Der Fonds Soziales Wien reagierte auf den steigenden Bedarf mit 30 zusätzlichen Schlafplätzen. Die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage führten zu einer Auslastung von fast 100 Prozent.

Schwertner beschreibt die Situation vor Ort: „In der Gruft sind derzeit alle 60 Betten bis auf den letzten Platz belegt, die Nachfrage nach warmen Mahlzeiten ist sowohl hier, als auch in den 43 Wärmestuben der Caritas groß. Aktuell sind es etwa 250 warme Mahlzeiten pro Tag, die wir alleine in der Gruft ausgeben.

Im gesamten Wiener Stadtgebiet stellt die Caritas 1.971 Beherbergungs- und Notquartiersplätze bereit. Für die Wintermonate wurde das Angebot ausgeweitet: Täglich sind Streetwork-Teams unterwegs, verteilen winterfeste Schlafsäcke und warme Kleidung oder bringen hilfsbedürftige Personen direkt in Notunterkünfte.

Dringende Hilfe

In Kooperation mit dem Fonds Soziales Wien hat die Hilfsorganisation in diesem Jahr zusätzlich 140 Notquartiersbetten eingerichtet.

Für die Fortsetzung dieser Hilfsmaßnahmen benötigt die Caritas dringend Unterstützung in Form von Sach- und Geldspenden. Schwertner unterstreicht die Bedeutung der Solidarität: „Es ist klar: Wir sind als Hilfsorganisation nur so stark wie die Menschen, die unsere Arbeit mit einer Spende mittragen. Bitte helfen Sie in einer außerordentlichen Zeit und schenken Sie mit 70 Euro ein Gruft-Winterpaket – bestehend aus einem winterfesten Schlafsack und sieben warmen Mahlzeiten.“

Besonders benötigt werden waschbare Wolldecken, winterfeste Stiefel und Hygieneprodukte.

Weitere Informationen sind unter www.gruft.at oder im wirhelfen.shop/winterpaket abrufbar.