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Geschlechterstreit

Khelif will WM-Start ohne Geschlechtstest erzwingen – vor Gericht

Khelif will WM-Start ohne Geschlechtstest erzwingen – vor Gericht
FOTO: EPA/Miguel Tona
3 Min. Lesezeit |

Nach ihrem umstrittenen Olympiasieg geht die algerische Boxerin Imane Khelif in die juristische Offensive. Vor dem Internationalen Sportgerichtshof kämpft sie gegen Geschlechtertests.

Die algerische Boxerin Imane Khelif geht juristisch gegen den Box-Weltverband vor. Die 26-Jährige hat beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung eingelegt, um eine Entscheidung anzufechten, die ihre Teilnahme an künftigen Wettkämpfen an genetische Geschlechtsuntersuchungen knüpft. Khelifs Ziel ist klar: Sie möchte die Sperre aufheben lassen und ohne entsprechenden Test bei der Box-WM 2025 in den Ring steigen können. Wie der CAS mitteilte, befinden sich die Parteien derzeit im Austausch schriftlicher Stellungnahmen, eine Anhörung soll mit Zustimmung aller Beteiligten folgen. Am 1. September lehnte der CAS jedoch Khelifs Antrag ab, die verpflichtenden Geschlechtstests bis zur endgültigen Entscheidung auszusetzen – ein Rückschlag für die Olympiasiegerin, während das Hauptverfahren weiterläuft.

Die Kontroverse um die Olympiasiegerin ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr wurde Khelif von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen, nachdem die International Boxing Association (IBA) Geschlechtschromosomentests als Grundlage für ihre Disqualifikation herangezogen hatte. Bei den Olympischen Spielen in Paris konnte die Algerierin dennoch antreten und sicherte sich die Goldmedaille im Weltergewicht. Dies war nur möglich, weil das Internationale Olympische Komitee (IOC) der IBA den Status als anerkannter Weltverband entzogen und das olympische Boxturnier in Eigenregie durchgeführt hatte.

Verschärfte Regularien

Im Frühjahr verschärfte der Verband World Boxing, der ab 2028 die Verantwortung für den olympischen Boxsport übernehmen wird, die Regularien. Seit Mai müssen Sportlerinnen über 18 Jahre einmalig ein Labortest- oder genetisches Screening-Ergebnis vorlegen, das ihr Geburtsgeschlecht bestätigt. Die neue Richtlinie wurde von einer medizinischen Arbeitsgruppe entwickelt, die dabei sowohl juristische als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigte. World Boxing begründet die Testpflicht mit dem Ziel, „die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten und faire Wettbewerbsbedingungen für Männer und Frauen zu schaffen“. Konkret müssen alle Boxerinnen über 18 Jahre einmalig ein PCR- oder genetisches Screening zur Bestätigung des Geburtsgeschlechts vorlegen.

Öffentliche Entschuldigung

Nach öffentlicher Kritik ruderte World-Boxing-Präsident Boris van der Vorst teilweise zurück. Er entschuldigte sich dafür, dass Khelif in einer offiziellen Mitteilung namentlich genannt worden war und gestand ein, dass der Schutz ihrer Privatsphäre mangelhaft gewesen sei. Ein für Juni geplantes Turnier des Weltverbands in den Niederlanden, bei dem Khelif hätte antreten sollen, ließ die Boxerin aus. Ungeachtet der aktuellen Auseinandersetzungen hält die Olympiasiegerin an ihren sportlichen Ambitionen fest.

Bereits im März kündigte sie an, ihren Olympiatitel bei den Spielen 2028 in Los Angeles verteidigen zu wollen.

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KO KOSMO-Redaktion
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