Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Inland

Kollaps-Gefahr bei Pensionen: Industrielle wollen System radikal umbauen

Kollaps-Gefahr bei Pensionen: Industrielle wollen System radikal umbauen
FOTO: iStock/Andranik Hakobyan
2 Min. Lesezeit |

Die Alarmglocken schrillen: Österreichs Pensionssystem steht vor dem Kollaps. Experten fordern drastische Reformen, während die Industriellenvereinigung konkrete Vorschläge präsentiert.

Experten schlagen Alarm: Österreichs Pensionssystem gerät zunehmend unter Druck. Seit geraumer Zeit weisen Fachleute von OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung), IHS (Institut für Höhere Studien), EcoAustria, Fiskalrat und Rechnungshof auf die fehlende Zukunftsfähigkeit und den akuten Reformbedarf der heimischen Altersvorsorge hin. Hauptprobleme sind der demografische Wandel und die kontinuierlich wachsenden Zuschüsse aus dem Staatshaushalt.

Eine neue, von der „Aktion Generationengerechtigkeit“ in Auftrag gegebene WIFO-Untersuchung belegt, dass das österreichische Pensionssystem im europäischen Vergleich besonders stark belastet ist. Die Forscher raten zur Übernahme bewährter Konzepte aus anderen Ländern: ein späteres Pensionsantrittsalter, bessere Anreize zum längeren Verbleib im Berufsleben sowie realistischere – und damit niedrigere – Pensionsberechnungen.

⇢ 60, 62, 63 oder doch 65? Ab wann dürft ihr in Pension gehen?

Reformvorschläge gefordert

Die Industriellenvereinigung legt nun konkrete Vorschläge für ein demografisch angepasstes Pensionssystem vor – Maßnahmen, die nicht überall auf Zustimmung stoßen dürften. „Der Handlungsbedarf wird immer drängender – ohne Reformen gefährden wir notwendige Zukunftsinvestitionen“, warnt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Die Industriellenvereinigung kritisiert das Fehlen wirksamer Instrumente gegen das frühe Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und verweist auf die Empfehlungen der OECD, die Österreich nachdrücklich zu einer Einschränkung von Frühpensionen und zur Einführung von Nachhaltigkeitsmechanismen rät.

Auch die Pensionskommission hatte bereits vor Jahren festgestellt, dass das tatsächliche Zugangsalter stark von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängt. Neumayer fordert: „Ein demografiefittes System muss die gestiegene Lebenserwartung abbilden und Frühpensionen begrenzen.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen