Christine Mayrhuber, seit April 2024 zur Vorsitzende der Alterssicherungskommission bestellt, hat in einem Interview mit der „Standard“ (Donnerstags-Ausgabe) eine Anhebung des Pensionsantrittsalters gefordert. Ihrer Ansicht nach sind gravierende Maßnahmen notwendig, um das Pensionssystem finanziell stabil zu halten: „Die nächste Regierung muss das Problem unbedingt anpacken“, erklärte sie.

Christine Mayrhuber, Vorsitzende der Alterssicherungskommission, schlägt konkret vor, das Antrittsalter schrittweise von derzeit 65 auf 67 Jahre zu erhöhen. Dies sei unerlässlich, um den gestiegenen Kosten, die vor allem durch die hohe Inflation verursacht wurden, entgegenzuwirken. „Nur so lassen sich die Ausgaben eindämmen“, betonte sie.
Vorsichtige Umsetzung
Der Anstieg des Pensionsantrittsalters sollte jedoch langsam und bedacht erfolgen, um unerwünschte Folgen wie erhöhte Arbeitslosigkeit oder Krankenstände zu vermeiden. In diesem Zusammenhang fordert Mayrhuber, dass Unternehmen aktiv daran arbeiten, ihre älteren Mitarbeiter zu halten. Ein Bonus-Malus-System könnte hier unterstützend wirken. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht bis zur Pensionierung beschäftigen, müssten laut Mayrhuber mit Kosten rechnen. „Das ist nur fair“, meint sie, da auch Versicherte bei einem vorzeitigen Pensionsantritt Abschläge hinnehmen müssen. Verpflichtungen müssten für beide Seiten gelten.
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Korridorpension weiterhin ab 62 Jahren
Dennoch sprach sich Mayrhuber dafür aus, das Antrittsalter für die sogenannte Korridorpension – eine Frühpension mit Abschlägen für langjährig Versicherte – bei 62 Jahren zu belassen. Sie betonte, dass 45 Arbeitsjahre ausreichend sein sollten, um in den Ruhestand gehen zu können, wenn auch mit gewissen finanziellen Einbußen. „Das sollte auch weiterhin möglich sein“, erklärte Mayrhuber im Gespräch mit dem „Standard“.