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Politspektakel

Konzert als politische Bühne: Warum Kroatiens Mächtige zu Thompson drängen

Konzert als politische Bühne: Warum Kroatiens Mächtige zu Thompson drängen
FOTO: iStock, WIkimedia Commons/Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0
3 Min. Lesezeit |

Kroatiens politische Elite gibt sich die Klinke in die Hand: Das Thompson-Konzert in Zagreb wird zum Stelldichein für Minister, Parlamentarier und Parteifunktionäre aller Couleur.

Zahlreiche hochrangige kroatische Politiker haben ihre Teilnahme am bevorstehenden Konzert des umstrittenen Sängers Marko Perkovic, bekannt als Thompson, in Zagreb angekündigt. Verteidigungsminister und Vizepremier Ivan Anusic bestätigte seine Anwesenheit mit den Worten: „Ich gehe mit meiner Familie – die Karten habe ich ganz normal gekauft.“

Auch Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic wird unter den Besuchern erwartet. Ministerpräsident Andrej Plenkovic ließ seine Teilnahme noch offen und verwies auf familiäre Abstimmungen: „Wir sprechen in der Familie noch über andere Verpflichtungen.“

Die Regierungsriege wird durch weitere Kabinettsmitglieder verstärkt. Die Minister Tomo Medved und Ivan Sipic sollen Berichten zufolge ebenfalls teilnehmen. HDZ-Abgeordneter (Mitglied der konservativen Regierungspartei) Ante Deur plant den Konzertbesuch mit seinen Kindern, die sich die Eintrittskarten „schon besorgt haben, sobald sie in den Verkauf gingen“.

Für Deur steht die Bedeutung des Events außer Frage: „Das wird ein historischer Abend für alle Patrioten. Marko Perkovic hat uns mit seiner Musik durch viele wichtige Momente der kroatischen Geschichte begleitet.“

Parteiübergreifende Teilnahme

Besonders pointiert äußerte sich Nikola Grmoja von der Oppositionspartei „Most“ (konservative Brückenpartei). Ursprünglich habe er vorgehabt, Thompson diesen Sommer in Sinj zu sehen, doch „die ganze Hysterie rund um das Konzert in Zagreb zeigt, dass es hier um mehr geht als nur Musik. Deshalb werde ich da sein.“ Nicht um zu provozieren, sondern weil ich dort sein will, wo auch das Volk ist.“

Die Reihe der politischen Konzertbesucher setzt sich parteiübergreifend fort. Josip Dabro von der rechtsnationalen Partei „Domovinski pokret“ (DP, Heimatbewegung) kündigte an, seine gesamte Familie mitzubringen. Sein Parteikollege Hrvoje Zekanovic lässt zumindest seine Kinder teilnehmen.

Marijan Pavlicek von der Partei „Suverenisti“ (Souveränisten) erklärte: „Ich habe die Karten online gekauft.“

Politisches Ereignis

Eine der wenigen Absagen kam von Dario Hrebak (HSLS, Kroatische Sozialliberale Partei): „Ich bin an dem Tag mit der Familie unterwegs – aber ich bin kein Gegner von Thompson oder seiner Musik.“ Der DP-Politiker Ivan Penava hingegen betonte seine langjährige Verbundenheit mit dem Sänger: „Es wäre wohl das zehnte Konzert von ihm, auf dem ich bin.“ Ich plane es – und der liebe Gott entscheidet, ob es klappt.“

Das Konzert entwickelt sich damit zu einem politisch aufgeladenen Ereignis, das weit über einen gewöhnlichen Musikauftritt hinausgeht und als Treffpunkt für Vertreter des konservativen und nationalen Spektrums der kroatischen Politik dient.

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Umstrittener Künstler mit politischer Botschaft

Thompson polarisiert in Kroatien seit Jahren. Seine Musik und öffentlichen Auftritte sind regelmäßig mit patriotischen Botschaften verbunden, die das nationale Selbstverständnis betonen und auf die kroatische Geschichte, insbesondere den Heimatkrieg, Bezug nehmen. Während seine Anhänger ihn als authentischen Vertreter kroatischer Identität feiern, werfen Kritiker dem Sänger vor, mit bestimmten Liedern und Symbolen Ustascha-Ideologie zu verherrlichen – ein Vorwurf, den Thompson selbst stets zurückgewiesen hat.

Die massive Präsenz hochrangiger Politiker verschiedener Parteien unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung, die dem Konzert am Zagreber Hippodrom beigemessen wird. Für viele Beobachter gilt die Veranstaltung nicht nur als musikalisches Event, sondern auch als Plattform für die Mobilisierung konservativer und nationalistisch gesinnter Wählergruppen.

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KO KOSMO-Redaktion
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