Koran-Verbrennung vor türkischem Konsulat endet mit Geldstrafe. Nicht die Tat selbst, sondern Ort, Zeitpunkt und beleidigende Äußerungen führten zur Verurteilung.
Ein 50-jähriger Mann wurde in London zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er vor dem türkischen Konsulat einen Koran verbrannt hatte. Das Westminster-Gericht befand Hamit Dzoskun der Störung der öffentlichen Ordnung auf religiöser Grundlage für schuldig und verhängte eine Strafe von 240 Pfund.
Richter John McGarva betonte in seiner Urteilsbegründung, dass nicht das Verbrennen des religiösen Buches an sich den Tatbestand erfüllte – obwohl dies für viele verletzend sei.
„Was sein Verhalten zur Ordnungswidrigkeit machte, waren der Zeitpunkt, der Ort sowie die begleitenden beleidigenden Äußerungen. Die Verwendung von Schimpfworten gegen den Islam war nicht notwendig“, erklärte der Richter.
Umstrittener Protest
Der Verurteilte hatte die Vorwürfe bestritten und in sozialen Medien darauf verwiesen, sein Protest habe sich gegen die türkische Regierung gerichtet. Während der Aktion wurde Dzoskun von einem Mann mit einem Messer angegriffen, getreten und bespuckt.
Rechtliche Bedenken
Die Verteidigung argumentierte, das Verfahren stelle einen Versuch dar, das 2008 in England abgeschaffte Blasphemiegesetz durch die Hintertür wieder einzuführen.
Dzoskun, der in Mittelengland lebt, stammt von einem kurdischen Vater und einer armenischen Mutter ab.