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Aufrüstung

Kreml-Drohgebärde: Atomwaffen-Stützpunkt mitten in Europa entdeckt

Kreml-Drohgebärde: Atomwaffen-Stützpunkt mitten in Europa entdeckt
EPA-EFE/MIKHAIL METZEL
3 Min. Lesezeit |

Mitten in Europa entsteht ein neuer nuklearer Brennpunkt: Russland verlegt hochmoderne Hyperschallraketen nach Belarus – nur 90 Minuten Flugzeit von Berlin entfernt.

Russland verlegt offenbar neue atomwaffenfähige Hyperschallraketen auf einen früheren Luftwaffenstützpunkt im Osten von Belarus. Dies geht aus Analysen zweier US-Forscher hervor. Wladimir Putin hatte bereits die Stationierung von Oreschnik-Mittelstreckenraketen in Belarus angekündigt, ohne jedoch den genauen Standort zu nennen. Die Oreschnik verfügt über eine geschätzte Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern und soll mit mehr als zehnfacher Schallgeschwindigkeit fliegen, was sie nach Putins Darstellung unabfangbar macht.

Sicherheitsexperten interpretieren diesen Schritt als Reaktion auf die für 2025 geplante Stationierung amerikanischer Raketensysteme in Deutschland.

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Der belarussische Verteidigungsminister Wiktor Chrenin bezeichnete das Vorhaben unlängst ausdrücklich als Antwort auf „aggressive Handlungen“ westlicher Staaten. Von russischer Seite, dem Weißen Haus sowie der CIA lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.

Standort identifiziert

Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies und Decker Eveleth von der Forschungsorganisation CNA erklärten gegenüber Reuters, sie seien zu 90 Prozent überzeugt, dass mobile Startrampen für die Oreschnik-Raketen auf die Militärbasis nahe der Stadt Kritschew verlegt würden. Ihre Einschätzung basiert auf der Auswertung von Satellitenaufnahmen, die zügig voranschreitende Bauarbeiten dokumentieren. Diese begannen den Forschern zufolge zwischen dem 4. und 12. August.

Als besonders aussagekräftige Indizien werten die Experten einen militärischen Schienenumschlagplatz sowie eine betonierte, mit Erde getarnte Fläche, die vermutlich als Startplatz dienen soll. Nach einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko im Dezember 2024 hatte Putin verkündet, die Raketen könnten in der zweiten Jahreshälfte in Belarus stationiert werden.

Lukaschenko bestätigte vergangene Woche die Lieferung der ersten Systeme. Nach seinen Angaben sollen insgesamt bis zu zehn Oreschnik-Raketen in Belarus positioniert werden. Die US-Forscher gehen allerdings davon aus, dass der nun identifizierte Standort lediglich Kapazitäten für drei Startrampen bietet.

Strategische Bedeutung

Mit diesem Schritt könnte Moskau seine Fähigkeit ausbauen, Ziele in ganz Europa anzugreifen. Die Einschätzung der Wissenschaftler deckt sich weitgehend mit Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte. Die Stationierung erfolgt nur wenige Wochen vor dem Auslaufen des New-Start-Vertrags, der letzten verbliebenen Vereinbarung zwischen Washington und Moskau zur Begrenzung strategischer Atomwaffen.

Es wäre das erste Mal seit dem Ende des Kalten Krieges, dass Russland Atomwaffen im Ausland unterhält. Der in Genf tätige Experte Pawel Podwig äußerte sich skeptisch, ob dieser Schritt Moskau tatsächlich militärische oder politische Vorteile verschaffe.

Lewis betonte, die Stationierung erfolge nicht aus militärischen, sondern ausschließlich aus politischen Erwägungen und unterstreiche die zunehmende Abhängigkeit Russlands von seinem Atomwaffenarsenal.

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KO KOSMO-Redaktion
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