Die Lage im Nahen Osten lässt Zagreb aufhorchen – Kroatien bereitet sich auf mögliche Folgen für Energie und Bürger vor.
Angesichts der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten hat die kroatische Regierung ihre Bereitschaft signalisiert, bei einem deutlichen Anstieg der Treibstoffpreise regulierend einzugreifen. Premierminister Andrej Plenkovic erklärte am Mittwoch, man werde gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um sowohl die Bevölkerung als auch die heimische Wirtschaft abzusichern. „Wir sind bereit, die Energiepreise gegebenenfalls zu begrenzen und gegebenenfalls Subventionen wieder einzuführen“, sagte der Premierminister und merkte an, dass die Regierung bereits während früherer Energiekrisen ähnliche Maßnahmen ergriffen habe.
Dass Zagreb auf derartige Instrumente zurückgreifen kann, ist keine bloße Ankündigung ohne Substanz: In den vergangenen Jahren hatte die Regierung bereits befristete Preisobergrenzen für Kraftstoffe eingeführt und Subventionen bereitgestellt, um Haushalte und Unternehmen in der globalen Energiekrise zu entlasten. Allein im September 2025 genehmigte die Regierung ein Energienothilfepaket in Höhe von 175 Millionen Euro – den neunten Maßnahmenschritt in vier Jahren zur Abfederung steigender Energiekosten. Dank dieser Subventionen zahlten kroatische Haushalte 40,65 Euro statt 50 Euro für Strom, wobei schrittweise Anpassungen auf 43,65 Euro im November 2025 und 45,61 Euro im Januar 2026 vorgesehen waren. Plenkovic machte deutlich, dass sich die Regierung das Recht vorbehalte, solche Regelungen erneut in Kraft zu setzen, sollten die Marktbedingungen einen entsprechenden Schutz erfordern.
Mögliche Subventionen
Die Lage im Nahen Osten bezeichnete Plenkovic als ernst und von erheblicher Unsicherheit geprägt. Die Behörden beobachteten die Entwicklungen genau und seien bereit zu handeln, falls Preisanstiege auch Kroatien spürbar treffen sollten. „Wir werden die Situation weiter beobachten, sie bewerten und gegebenenfalls eingreifen“, sagte er.
Darüber hinaus sprach der Premierminister die Möglichkeit an, Subventionen für Gas und Strom wieder aufleben zu lassen, sollten die Energiekosten erneut stark steigen. Zwar seien einige Unterstützungsmaßnahmen schrittweise ausgelaufen, doch stehe die Regierung bereit, diese bei Bedarf wieder zu aktivieren. „Die Regierung hat mehrere Jahre lang in die Kraftstoffpreise eingegriffen, um die Bürger und die Wirtschaft zu schützen. Falls nötig, werden wir die Preise erneut begrenzen“, sagte Plenkovic.
Bürger im Ausland
Neben der wirtschaftspolitischen Dimension bestätigte Plenkovic, dass die Regierung in enger Abstimmung mit dem Außenministerium daran arbeite, kroatische Staatsbürger bei der Ausreise aus von Konflikten betroffenen Ländern im Nahen Osten zu unterstützen. Die Sicherheit der Bürger im Ausland und die wirtschaftliche Stabilität im Inland stünden dabei gleichermaßen im Fokus, sollten die globalen Energiemärkte weiter an Volatilität gewinnen.