Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Reisechaos

So viele Personen aus Österreich, Bosnien, Kroatien und Serbien sitzen aktuell fest

So viele Personen aus Österreich, Bosnien, Kroatien und Serbien sitzen aktuell fest
Foto: iStock, epa/Robert Ghement
4 Min. Lesezeit |

Gesperrte Lufträume, gestrichene Flüge, tausende Gestrandete – der Nahe Osten ist für viele Reisende zur Sackgasse geworden.

Die militärische Eskalation zwischen Iran und Israel hat den Luftraum über weiten Teilen des Nahen Ostens in eine Zone massiver Einschränkungen verwandelt. Am Samstag führten die USA und Israel Luftangriffe auf den Iran durch, woraufhin die Lufträume über Israel und Iran am Morgen des 28. Februar 2026 offiziell gesperrt wurden. Tausende Reisende sitzen fest, erste Evakuierungsmaßnahmen sind angelaufen. Internationale Airlines streichen Verbindungen in großem Umfang, Drehkreuze im Golfraum arbeiten nur noch eingeschränkt, mehrere Staaten haben ihren Luftraum vollständig oder zumindest teilweise gesperrt.

Nach aktuellem Stand ist der zivile Flugverkehr über Iran, Israel, Irak, Katar, Bahrain, Kuwait und Syrien vollständig oder nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Jordanien verhängt zeitlich begrenzte Sperren, angrenzende Staaten haben Teile ihres Luftraums eingeschränkt oder leiten Flüge weiträumig um. Die Vereinigten Arabischen Emirate – Dubai und Abu Dhabi eingeschlossen – gelten zwar als teilweise offen, sind jedoch von erheblichen Einschränkungen betroffen. Saudi-Arabien und Oman halten einzelne Korridore aufrecht, sind aber ihrerseits von Umleitungen betroffen.

Mehr zum ThemaRaketen über Dubai – Touristen fliehen in Panik

Tausende Gestrandete

Besonders hart trifft es internationale Transitreisende, die über Dubai, Abu Dhabi, Istanbul und Doha reisen – Drehkreuze, die Europa mit Asien, Australien und Afrika verbinden. Durch die Sperren sind dort tausende Passagiere gestrandet, viele wurden in Hotels untergebracht, andere warten auf Umbuchungen oder Sonderflüge. Laut diplomatischen Kreisen befinden sich auch Staatsbürger aus Österreich, Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina in diesen Städten.

Aus Wien verlautet, dass erste österreichische Staatsbürger bereits aus der Region herausgebracht wurden – über organisierte Ausreisen durch Drittstaaten sowie durch Unterstützung bei der individuellen Heimreise. Das Außenministerium steht mit registrierten Reisenden in Kontakt. Zwar hat Österreich mehrere tausend Personen im erweiterten Krisengebiet erfasst – darunter Touristen, Geschäftsreisende und dauerhaft Ansässige –, doch liegt die tatsächliche Zahl jener, die konkret auf eine Ausreise warten, deutlich darunter, da nicht alle registrierten Personen die Region verlassen wollen.

Serbien und Kroatien bestätigten zuletzt eine kleinere zweistellige Zahl an Staatsbürgern, die sich noch im Iran aufhalten. Darüber hinaus befinden sich Personen mit diesen Staatsbürgerschaften in den Golfstaaten, insbesondere in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für Bosnien-Herzegowina liegt keine detaillierte öffentliche Aufschlüsselung vor. Die Behörden sprechen allgemein von mehreren tausend Bürgern im weiteren Nahost-Raum, ohne konkrete Zahlen für einzelne Länder zu nennen.

Offizielle Zahlen

Der Flugverkehr bleibt volatil. Selbst wenn einzelne Flughäfen wieder öffnen, können neue Sicherheitslagen kurzfristig zu weiteren Sperren führen. Airlines umgehen große Teile des Luftraums, was zu langen Umwegen, Streckenverlängerungen und Verspätungen führt. Reisenden mit österreichischer, serbischer, kroatischer oder bosnischer Staatsbürgerschaft wird empfohlen, sich bei den jeweiligen Außenministerien oder Botschaften zu registrieren, regelmäßig offizielle Reisehinweise zu prüfen und keine selbständigen Grenzübertritte ohne konsularische Rücksprache zu unternehmen.

Nach Angaben des österreichischen Außenministeriums sind rund 17.000 österreichische Staatsbürger im erweiterten Nahost-Krisengebiet registriert, davon könnten etwa 2.600 von Ausfällen und Sperren betroffen sein. Rund 1.700 Österreicher halten sich demnach in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Bereits rund 75 Personen wurden laut Ministerium organisiert aus besonders betroffenen Regionen ausgeflogen oder bei der Ausreise unterstützt.

Mehr zum ThemaRakete trifft Luxushotel in Dubai – Kreuzfahrer sitzen fest

Serbien gibt offiziell an, dass sich derzeit etwa 14 serbische Staatsbürger noch im Iran befinden. Konkrete Angaben zu weiteren Personen in den Golfstaaten wurden bislang nicht detailliert veröffentlicht. Kroatien sprach zuletzt von einer kleinen zweistelligen Zahl kroatischer Staatsbürger im Iran; zusätzlich halten sich kroatische Reisende und Doppelstaatsbürger in Transitländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Bosnien-Herzegowina veröffentlicht keine länderspezifische Aufschlüsselung: In Stellungnahmen ist von mehreren tausend bosnischen Staatsbürgern im weiteren Nahost-Raum die Rede, ohne konkrete Zahlen für einzelne Staaten wie Iran oder die Vereinigten Arabischen Emirate zu benennen.

Die genannten Zahlen basieren auf Registrierungen und offiziellen Angaben der Außenministerien. Sie geben nicht zwingend die tatsächliche Gesamtzahl aller vor Ort befindlichen Personen wieder, da sich nicht alle Reisenden konsularisch erfassen lassen und sich die Lage laufend verändert.

Zu anderen Ländern aus dem Balkan konnten wir keine verlässlichen Daten finden.