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Evakuierung

Nahost-Chaos: Erste 70 Österreicher über Landweg gerettet

Nahost-Chaos: Erste 70 Österreicher über Landweg gerettet
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Tausende Österreicher sitzen in der Golfregion fest – und die Lage bleibt unberechenbar. Der Krisenstab arbeitet auf Hochtouren.

Wegen der militärischen Eskalation zwischen Israel und dem Iran wurde der Luftraum über Israel bis auf weiteres für zivile Flüge geschlossen. Das österreichische Außenministerium hat österreichische Staatsbürger im Nahen Osten und in der Golfregion mit Nachdruck aufgefordert, sich in das Reiseregister einzutragen, ihre Unterkünfte nicht zu verlassen und den Anordnungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten. Insgesamt halten sich derzeit rund 17.700 Österreicherinnen und Österreicher in der Region auf, von denen bislang 2.600 registriert sind. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben etwa 1.700 österreichische Staatsangehörige.

Besonders vulnerable Personengruppen – darunter Kranke und Schwangere – werden bei der konsularischen Betreuung vorrangig berücksichtigt. Bislang konnten 70 Personen aus den Emiraten in Sicherheit gebracht werden, überwiegend auf dem Landweg über Oman. Für fünf weitere Personen wird derzeit eine Ausreise aus Israel über Jordanien koordiniert.

Krisenstab aktiv

Der im Außenministerium eingerichtete Krisenstab kommt zweimal täglich zusammen, um die Lageentwicklung zu bewerten und gegebenenfalls weitere Ausreisen zu organisieren. Ab den nächsten Tagen ist zudem ein tägliches Lagebriefing vorgesehen.

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Für eine Reihe von Staaten der Region – darunter Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate – gilt die höchste Reisewarnstufe. Ausreisen auf dem Luftweg sind derzeit weitgehend nicht möglich; lediglich in Jordanien und im Libanon ist ein eingeschränkter Flugbetrieb aufrechterhalten. Für Oman und Saudi-Arabien gilt Sicherheitsstufe drei: Der Luftraum ist zwar offen, die Flugverbindungen sind jedoch deutlich ausgedünnt.

Evakuierung ausgeschlossen

Das Ministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass österreichische Staatsangehörige ihre Unterkünfte unter keinen Umständen verlassen sollten – auch nicht mit dem Ziel, einen Flughafen zu erreichen. Die Reiseregistrierung sei essenziell, um den Aufenthaltsort der Bürgerinnen und Bürger lückenlos nachverfolgen zu können; zuletzt sei die Zahl der Neuregistrierungen sprunghaft gestiegen.

Eine militärische Evakuierung durch das Bundesheer ist derzeit nicht realisierbar, da die erforderlichen Flugzeuge nicht verfügbar sind. Das Ministerium stehe jedoch in engem Austausch mit europäischen Partnern. Reguläre Flugverbindungen aus Abu Dhabi und Dubai sind aktuell ausgesetzt. Wann die Kampfhandlungen enden und die Luftraumsperren aufgehoben werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

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Wann die Kampfhandlungen enden und die Luftraumsperren aufgehoben werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.