17.700 Österreicher sitzen im Nahen Osten fest – und das Bundesheer kann nicht helfen. Die Gründe dafür sind ernüchternd.
Tausende österreichische Staatsbürger befinden sich derzeit in einer prekären Lage: Sie sitzen im Nahen Osten fest und suchen verzweifelt nach einem Weg zurück in die Heimat. Der kriegsbedingt gesperrte Luftraum macht eine Ausreise für Zivilpersonen nahezu unmöglich. Hintergrund sind Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die zu einer militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten führten. Iranische Vergeltungsangriffe trafen auch Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch das österreichische Bundesheer kann keine Unterstützung leisten – die beiden Hercules-Transportmaschinen stehen nicht zur Verfügung.
Eine der Maschinen befindet sich auf Langzeitwartung in Portugal, die andere weist ein technisches Problem am Tank auf. Wann die Reparaturen abgeschlossen sein werden, ist derzeit offen. Die in den 1960er-Jahren gebauten Flugzeuge hatten bereits nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am Boden bleiben müssen.
Größte Evakuierung seit Corona
Es wäre die größte Evakuierungsaktion Österreichs seit dem weltweiten Corona-Lockdown im März 2020. Damals saßen ebenfalls zahllose Reisende und Auslandsösterreicher in verschiedenen Ländern fest und kamen kaum nach Hause. Derzeit sind es rund 17.700 Männer, Frauen und Kinder mit österreichischem Reisepass, die in den vom Krieg betroffenen Regionen des Nahen Ostens gestrandet sind.
Den meisten von ihnen ist eines gemein: Seit Stunden und Tagen suchen sie fieberhaft nach irgendeiner Möglichkeit, Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate zu verlassen. Der Luftraum bleibt für die zivile Luftfahrt vorerst gesperrt – ein regulärer Heimflug etwa mit Austrian Airlines ist damit ein Luftschloss. Das Jagdkommando unterstützt die österreichischen Botschaften in der Region bei der Betreuung der betroffenen Österreicher.
Luftbrücke ausgeschlossen
Wie die „Presse“ berichtet, gilt auch die Option einer Luftbrücke durch Soldaten als völlig ausgeschlossen. Eine Luftbrücke sei rein technisch gar nicht möglich, bestätigt Bundesheer-Oberst Michael Bauer. Wie die verzweifelten Österreicher nach Hause kommen sollen, bleibt vorerst unklar.
Die österreichische Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten will für Dienstag oder Mittwoch Busse organisieren, die Touristen von Abu Dhabi nach Saudi-Arabien bringen sollen. Von dort aus müssten sie sich ihre Weiterreise allerdings selbständig organisieren. Vielen, wie auch dem Salzburger Lukas Mirtl oder unserer Kollegin Karoline Singer, bringt diese Option nichts.
Ob es auch Busse von Dubai aus geben wird, konnte bislang nicht beantwortet werden.