Vom Chat in die Falle: Ein Burgenländer verlor ein Vermögen an Betrüger, die ihn mit falschen Renditeversprechen in eine dubiose Kryptoplattform lockten.
Ein 42-jähriger Burgenländer aus Mattersburg ist einem ausgeklügelten Internetbetrug zum Opfer gefallen. Der Mann ließ sich von einer vermeintlichen Online-Bekanntschaft dazu überreden, in eine angeblich gewinnbringende Kryptowährungsplattform zu investieren. Die Betrüger leiteten ihn systematisch an, sowohl ein Konto bei einer Kryptobörse als auch ein sogenanntes OnChain-Wallet (digitale Geldbörse) einzurichten.
In mehreren aufeinanderfolgenden Transaktionen transferierte der Mattersburger Kryptowährungen im Wert eines fünfstelligen Eurobetrags. Die in Aussicht gestellten Renditen materialisierten sich jedoch nie. Als der Mann zunehmend an der Legitimität der Plattform zweifelte, wandte er sich an die Polizei und erstattete Anzeige.
Die Ermittlungen in diesem Fall von Internetbetrug dauern an. Ob eine Rückerstattung des verlorenen Vermögens möglich ist, bleibt derzeit offen. Das Landeskriminalamt appelliert an Betroffene, umgehend alle Kommunikationsdaten zu sichern und diese den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.
Dramatischer Anstieg in Österreich
2024 erreichte der Gesamtschaden durch Kryptowährungs-Betrug in Österreich erstmals über 100 Millionen Euro – ein alarmierender Rekordwert. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) registrierte einen deutlichen Anstieg solcher Fälle, wobei besonders die Masche mit vorgetäuschten Online-Bekanntschaften zunimmt.
Betrugswarnsignale erkennen
Internetbetrug kann jedermann treffen – ganz gleich welchen Alters oder welcher Erfahrungsstufe. Wesentlich ist, unverzüglich zu handeln und den Betrugsfall zu melden. Mit Ihrer Anzeige tragen Sie dazu bei, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und potenzielle weitere Opfer zu bewahren.
Vorsicht bei „zu guten“ Angeboten: Versprechungen von schnellem Geld und hohen Renditen sind meist ein Warnsignal. Seriöse Investments haben immer ein Risiko – und keine Garantie auf hohe Gewinne.
Online-Recherche hilft: Suchen Sie nach Erfahrungen, Bewertungen oder Warnmeldungen. Die Plattform Watchlist Internet bietet eine gute Übersicht über aktuelle Betrugsfälle.
Schutzmaßnahmen ergreifen
FMA-Konzession prüfen: Handelsplattformen in Österreich brauchen eine Konzession der Finanzmarktaufsicht (FMA). Auf www.fma.gv.at können Sie prüfen, ob Warnungen zu einer Plattform vorliegen. Die FMA führt eine öffentlich zugängliche Liste konzessionierter Anbieter und warnt regelmäßig vor unseriösen Krypto-Plattformen.
Impressum & Kontaktmöglichkeiten checken: Fehlt ein Impressum oder ist kein Ansprechpartner telefonisch erreichbar? Dann ist Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter sind transparent und offen.
Drängen auf Nachzahlungen – ein Alarmsignal: Werden Sie nach Ihrer ersten Einzahlung schnell kontaktiert und zu weiteren Überweisungen gedrängt, ist das ein klares Anzeichen für Betrug.
Zahlen Sie kein weiteres Geld ein. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kreditkartenfirma.
Bei Kreditkartenzahlungen kann eventuell eine Rückbuchung erfolgen. Melden Sie den Vorfall der FMA.