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GESUNDHEIT

Lasst eure Schilddrüse kontrollieren!

(FOTO: iStock)

Die Schilddrüse befindet sich im Hals vor der Luftröhre und ist eine der größten Drüsen unseres Hormonsystems. Sie hat die Form eines Schildes und trägt daher auch ihren volkstümlichen Namen, und ihre Über- oder Unterfunktion schädigt den Organismus.

Zu Funktionsstörungen der Schilddrüse kommt es meistens aufgrund von Mangelernährung, eines ungünstigen Lebensstils, chronischer Nervosität und Stresses sowie infolge einer länger andauernden übertriebenen körperlichen oder mentalen Anstrengung. Auch Erbfaktoren, ein Mangel oder Überschuss an Iod, verschiedene Viren, Entzündungsprozesse in der Schilddrüse, Autoimmunstörungen und Strahlentherapien können Funktionsstörungen auslösen. Schilddrüsenerkrankungen zeigen sich meistens in Form einer gestörten Hormonproduktion, die erhöht (Hyperthyreose) oder vermindert (Hypothyreose) sein kann.

Hyperthyreose — Überfunktion

Bei 70–80  Prozent der Patienten entsteht infolge einer Überfunktion der gesamten Schilddrüse, die durch einen Autoimmunprozess ausgelöst wird, die Basedow-Krankheit. Sie kann auch durch eine erhöhte TSH-Ausscheidung aufgrund eines Tumors bzw. eines Adenoms der Hypophyse sowie nach einer Schädigung des Drüsengewebes durch Pilz- oder Bakterieninfektionen bedingt werden. Ein Entzündungsprozess in der Schilddrüse und Hyperthyreose können auch nach Geburten vorübergehend auftreten, gehen dann aber mit der Normalisierung des Hormonstatus wieder zurück. Symptome sind:

  • Vermehrtes Schwitzen, feuchte, warme und weiche Haut;
  • Diffuse Struma (sichtbar vergrößerte Schilddrüse, „Kropf”);
  • Hervortreten der Augen aus den Augenhöhlen, selten Zwinkern, unkontrollierter Tränenfluss und verminderte Sehschärfe;
  • Herzklopfen und Herzrasen, Gefühl eines Fremdkörpers im Hals, erhöhter Blutdruck, beschleunigter Puls;
  • Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen;
  • Zittern der Finger und verstärkte Reflexe;
  • Störungen des Menstruationszyklus bei Frauen;
  • Gewichtsverlust bei normalem Appetit, hartnäckiger Durchfall;
  • Dünne, empfindliche, sich schälende Haut, spröde, brüchige Fingernägel.
Die Schilddrüse hat die Form eines Schildes, nach dem sie benannt wurde, und befindet sich vor der Luftröhre. (FOTO: iStock)

Hypothyreose — Unterfunktion

Sie entsteht meistens infolge von Iodmangel, aber auch aufgrund von Störungen innerhalb der Schilddrüse oder den Steuerungsmechanismen in den höheren Gehirnstrukturen (Hypophyse und Hypothalamus). Ursache einer primären Hypothyreose ist das Hashimoto-Syndrom, das infolge von Schädigungen der Schilddrüsenzellen durch immunologische Mechanismen auftritt. Daneben können die chirurgische Entfernung der Drüse, eine Behandlung mit radioaktivem Iod, Bestrahlung von Tumoren in Kopf und Hals sowie einige Medikamente eine verminderte Hormonproduktion auslösen. Die Symptome sind:

  • Verlangsamung in den Bewegungen;
  • Konzentrations- und Erinnerungsschwäche;
  • Stimmungsschwankungen;
  • Blasse, grobe und trockene Haut, dünnes und trockenes Haar;
  • Blutarmut;
  • Vermindertes Schwitzen;
  • Heiserkeit;
  • Unerträgliches Frieren;
  • Verstopfung;
  • Gewichtszunahme bei vermindertem Appetit;
  • Bei Frauen Störungen des Menstruationszyklus und Sterilität.

Die Basedow-Krankheit

Sie ist oft der Auslöser für eine Schilddrüsen-Überfunktion. Bei dem Patienten sind ein Struma (Kropf) und auffällige Veränderungen an den Augen erkennbar. Weltweit leidet fast jeder achtzigste Mensch an dieser Erkrankung und Frauen neigen um ein Vielfaches häufiger dazu als Männer. Die Basedow-Krankheit wird als Autoimmunerkrankung definiert, für die drei auffällige Symptome charakteristisch sind: Überfunktion der Schilddrüse, Entzündung und Schwellung des Gewebes rund um die Augen und Verdickung der Haut im unteren Drittel der Beine. Bei den meisten Patienten treten nicht alle Veränderungen gleichzeitig auf, aber die Hälfte verzeichnet Probleme mit den Augen. Sie sind meistens leicht irritiert, jucken und zeigen eine gerötete Bindehaut, eine dunklere Pigmentierung der Lider und seltener ein Zwinkern, das dem Gesicht einen angespannten Ausdruck verleiht. In schwereren Fällen treten die Augen stark aus den Höhlen hervor.

Hashimoto-Thyreoiditis

Diese Erkrankung bedingt eine Unterfunktion der Schilddrüse. Sie wird durch eigene Immunzellen ausgelöst, die die Orientierung verlieren und sich nicht gegen verschiedene Angreifer, sondern gegen die Schilddrüse wenden. Das Auftreten dieser Antikörper wird auch bei jüngeren Menschen und sogar bei Kindern beobachtet. Hashimoto beginnt langsam und schmerzlos mit Gewichtszunahme, leichterer Ermüdbarkeit, höherem Bedürfnis nach Schlaf und Mittagsschlaf, vermindertem Bewegungsdrang und Verhaltensauffälligkeiten. Mit der Zeit verlieren Haut und Nägel ihre Qualität, die Stimme wird rauchig und die Augenlider können anschwellen, das Herz rasen und Nervosität, Schluckbeschwerden und Steifheit im Nacken können sich einstellen. Die Krankheit tritt bei Frauen häufiger auf und wird aufgrund der starken Müdigkeitsneigung auch das „Müde-Hausfrauen-Syndrom” genannt. Bei Männern sind die ersten Anzeichen ein Nachlassen der sexuellen Lust und Potenz.

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