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KARRIERE

“Lehre statt Leere”: Ostoja Ossi Matić – Vom Lehrling zum Chef

FOTO: Anton Matyas

Eine Lehre läuft nicht immer reibungslos und stellt Lehrling und Lehrbetrieb schon mal vor Probleme. Manche kann man selber lösen, manchmal braucht es Unterstützung von außen. Das Lehrlings- und Lehrbetriebscoaching “Lehre statt Leere” unterstützt bei allen Herausforderungen rund um die Lehrausbildung, sei es im Privatleben, im Ausbildungsalltag oder in der Berufsschule. Österreichweit und gratis!

KOSMO möchte euch nun ein bemerkenswertes Beispiel eines Lehrlings vorstellen, der es ganz weit nach oben schaffte. Ostoja Ossi Matić, Geschäftsführer des Diensleistungs-Franchiseunternehmens Lucky Car, über seinen Weg vom Lehrling zum Geschäftsführer, die Expansion seines Unternehmens sowie den Umgang mit neuen Lehrlingen.

Ostoja „Ossi“ Matić ist zweifellos einer der bekanntesten Unternehmer aus der ex-jugoslawischen Community in Österreich. Mit dem eigenen Dienstleistungs-Franchiseunternehmen „Lucky Car“, welches auf günstige Reparatur von Lack- und Karosserieschäden spezialisiert ist, landete Matić von Beginn an einen Volltreffer auf dem Markt. Wir sprachen mit Matić über seine Zeit vor dem großen Durchbruch, als er noch ein Lehrling war, aber ebenso über seine Zukunftspläne mit seiner erfolgreichen Dienstleistungskette.

EXPANSION: „Nächstes Jahr wollen wir mit Lucky Car auch auf dem deutschen Markt mitspielen“,
so Geschäftsführer Matić.

KOSMO: Sie sind als Zuwandererkind 1979 aus Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) nach Wien gekommen. Heute zählen Sie zu den bekanntesten Gesichtern unter den Unternehmern aus unserer Community. Was denken sie, wenn sie sich an ihre beruflichen Anfänge erinnern?
Ossi: Wenn es um meinen beruflichen Weg geht, fing alles mit der Lehre als Wasserinstallateur an. Diese machte ich in meinen Teenagerjahren eigentlich meiner Mutter zuliebe, die – wie viele Eltern aus der Ex-Yu-Community – wollte, dass ich etwas Handfestes für meinen weiteren Berufsweg habe. Der Beruf des Wasserinstallateurs hat mich damals nicht wirklich interessiert. Irgendwie wusste ich auch im Unterbewusstsein, dass mein Weg mich ganz woanders hinführen würde. Vieles habe ich in dieser Zeit jedoch gelernt. Wichtig ist letztendlich die Vision, der Ehrgeiz und der Wille. Als ich zuhause auf dem Sofa saß, hatte ich eines Tages die Vision von Lucky Car. Natürlich spielen Umstände und ein Quäntchen Glück immer eine Rolle, aber die Vision und die Idee muss Hand und Fuß haben. Natürlich kann ich nicht bis zwölf ausschlafen und bin nonstop in Bewegung. Aber das ist der Preis, den man für den Erfolg zahlen muss. Egal in welcher Branche. Trotzdem würde ich die Lehrjahre nicht als verschwendete Zeit sehen, weil ich auch in diesen Jahren viel für meinen weiteren Weg lernen konnte.

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Unsere Landsleute haben ihr Leben in Österreich zumeist in bescheidenen und unzureichenden Wohnungen begonnen. Einige sind viele Jahre in diesen Wohnungen geblieben, aber es gibt auch solche, die die Geräumigkeit eines eigenen Hauses gesucht und ihr Zuhause gebaut haben. Unter Entbehrungen und voller Energie haben sie für ihre Familien Häuser in Wien und Umgebung gebaut. KOSMO hat einige von ihnen besucht.

 

Wie waren die Lehrjahre?
Ich hatte kein Glück damals mit meiner Lehrstelle, da ich vor allem die Drecksarbeit machen musste und von den Ausbildnern sehr ausgenutzt wurde. Das ist heute, so denke ich, in den meisten Ausbildungsstätten nicht mehr der Fall. Aber natürlich hat mich das beeinflusst und das ist wohl auch einer der Gründe, dass wir bei Lucky Car einen respektvollen Umgang mit Lehrlingen pflegen. Wir wollen auch keine Lehrlinge, die bei uns den Kaffee kochen, sondern professionell ausgebildete Leute, die auch nach ihrer Lehre bei uns im Unternehmen bleiben und ihr Fach bestens kennen. Genauso wie bei Franchise-Partnern und den Kunden selbst, wollen wir auch mit unseren Lehrlingen langfristig gemeinsam etwas auf bauen. Wir sehen die Zusammenarbeit mit Lehrlingen als ein Projekt für die Zukunft.

LEHRLINGE: „Wir wollen mit Lehrlingen etwas Langfristiges aufbauen.
Die besten Schüler bleiben schließlich bei uns“, so Matić.

Was hätten Sie sich für ihre Lehre gewünscht, wenn sie die Zeit retrospektiv betrachten?
Eine bessere Balance. Es ist wichtig, dass der Lehrling konstant dazu lernt, aber auch das er mit dem Voranschreiten der Lehre immer mehr das Gefühl bekommt, gleichberechtigtes Mitglied eines gemeinsamen Teams zu sein. Niemand soll sich ausgenützt fühlen, so wie das bei mir der Fall war. Der Lehrling soll ein gutes Gefühl haben, aber natürlich soll die Lehre kein Spaziergang sein. Es ist das Fundament für das weitere Berufsleben.

FOTO: Anton Matyas

Nächstes Jahr öffnet Lucky Car zehn neue Lehrstellen. Was ist Ihnen bei Lehrlingen besonders wichtig?
Das Wichtigste ist, dass die Lehrlinge diese Ausbildungsstelle freiwillig machen wollen und sich für den Beruf tatsächlich interessieren. Das ist die beste Grundvoraussetzung für jede Lehre. Es ist kein Geheimnis, dass wir Leute ausbilden, um die besten unter ihnen später auch bei uns in einer Anstellung aufzunehmen. In zweiter Linie ist es wichtig, dass wir gute Arbeitskräfte ausbilden, die das nötige Know-How von uns bekommen und dann im Berufsleben selbstständig und kompetent Aufträge abwickeln können.

Wie ging der Weg vom Wasserinstallateurs-Lehrling zum Geschäftsführer von Lucky Car weiter?
Nach der Lehre versuchte ich mich in mehreren Bereichen, unter anderem in der Gastronomie, in einer Versicherungsagentur, als Gründer eines Mietwagenunternehemens und einer Autoreinigungsfirma. Als ich Lucky Car gründete, wusste ich letztendlich: Das ist es. Das werde ich, so hoffe ich, auch bis zu meiner Pension machen.

Lucky Car hat seit seiner Gründung 2007 mittlerweile 25 Filialen eröffnet. Was ist das Erfolgsrezept hinter Ihrem
Franchise-Unternehmen? Das Geheimnis des Erfolgs liegt zu einem Teil wohl darin, dass wir uns speziell auf Lack- und Karosserieschäden spezialisiert haben. Das ist unsere Domäne und auf diesem Gebiet bieten wir auch ein breites Leistungsangebot. Gegenüber anderen, vergleichbaren Werkstätten bieten wir eine Bestpreisgarantie und eine Ersparnis bis zu 65%. Versicherungen reduzieren den Selbstbehalt, wenn man uns für die Reparatur beauftragt. Auf der anderen Seite bietet unser Franchise-Konzept unseren Partnern und Partnerinnen eine gute Infrastruktur und alle notwendigen Fundamente, um seinen eigenen Lucky-Car-Standort profitabel führen zu können. Keiner, der bei uns eingestiegen ist, ist aus unseren Unternehmen ausgestiegen. Das sagt schon einiges über unser Franchise-Konzept.

120 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt Lucky Car in 25 Filialen österreichweit. (FOTO: Anton Matyas)

Lehrlinge gesucht! Lucky Car wird im Rahmen seiner Erweiterung zehn neue Lehrstellen schaffen. Wenn ihr an einer Karriere in einem jungen und zukunftsorientierten Unternehmen interessiert sind, könnt ihr eure aussagekräftige Bewerbung an office@lucky-car.at schicken.

Lehre statt Leere

Respekt vor Ostoja Ossi Matic, der es trotz schwierigen Berufseinstiegs geschafft hat, eine solche Karriere zu machen! Er hat sich auch durch große Herausforderungen in seiner Lehrzeit nicht abhalten lassen, ein erfolgreiches Unternehmen in Österreich aufzubauen.

Jedoch nicht jeder Mensch ist gleich. Mitunter gibt es Probleme im Lehrbetrieb und so mancher Lehrling ist drauf und dran, alles hinzuwerfen. Das muss aber nicht sein! Denn dafür gibt es das Lehrlingscoaching, das bei allen Herausforderungen rund um die Ausbildung unterstützt – sei es im Privatleben, im Ausbildungsalltag oder in der Berufsschule. Konkret bedeutet dies: Wir bieten Coachings und Gespräche, bei denen vertraulich persönliche Sorgen geäußert und mit dem Coach gemeinsam passende Lösungen erarbeitet werden. In Einzelcoachings werden Fähigkeiten vermittelt, um Problemfähigkeitskompetenzen aufzubauen. Natürlich ist dieses Service anonym und kostenlos.

Für Unternehmen gibt es ein adäquates Lehrbetriebscoaching. Auch hier erhalten Lehrbetriebe individuelle Beratung und Begleitung bei allen Herausforderungen rund um die Lehrausbildung. Welche Probleme in der Lehrausbildung auch immer auftauchen: Wir glauben, dass es für alles eine Lösung gibt — dafür steht unser Programm www.lehre-statt-leere.at.

Dagmar Zwinz, M.Ed.
Koordinationsstelle Lehrbetriebscoaching + Lehrlingscoaching

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