Lidl baut sein Netz in Bosnien und Herzegowina konsequent aus – und nimmt dabei auch Städte ins Visier, die bislang kaum im Fokus standen.
Lidl treibt seine Expansion in Bosnien und Herzegowina in hohem Tempo voran. Nach inoffiziellen Informationen des Wirtschaftsportals BiznisInfo bereitet der deutsche Handelsriese den Bau neuer Filialen in Prijedor und Cazin sowie einen zweiten Standort im südlichen Stadtgebiet von Mostar vor. Damit wächst die Zahl der Städte, in denen Lidl entweder bereits baut, fertige Objekte betreibt oder Projekte in Vorbereitung hat, auf insgesamt 27.
Bemerkenswert ist dabei die Rolle des Bauunternehmens MT Projekt aus Siroki Brijeg, das bereits in Kiseljak und Capljina als Partner von Lidl auftritt – jeweils auf benachbarten Grundstücken. Branchenbeobachter schließen nicht aus, dass diese Zusammenarbeit auch bei weiteren Projekten in der Herzegowina fortgesetzt wird. Besonderes Gewicht hat die geplante zweite Filiale in Mostar: Sie signalisiert, dass Lidl in der größten Stadt der Herzegowina langfristig mehr als einen Standort anstrebt und der Region strategische Bedeutung beimisst.
Bestätigte Standorte
Zuletzt wurden auch Projekte in der Gewerbezone Vitez, in Capljina sowie im Sarajevoer Stadtteil Kosevo offiziell bestätigt. Damit zeichnet sich immer deutlicher ab, wie das künftige Filialnetz des Discounters in Bosnien und Herzegowina aussehen soll. Laut BiznisInfo ist Lidl derzeit in folgenden Städten präsent oder plant dort konkrete Vorhaben: Kakanj, Zvornik, Gradiska, Bihac, Livno, Istocno Sarajevo, Banja Luka, Gracanica, Mostar, Trebinje, Bijeljina, Doboj, Zenica, Brcko, Modrica, Laktasi, Travnik, Sarajevo, Capljina, Tesanj, Kiseljak, Citluk, Zivinice, Prnjavor, Vitez, Prijedor und Cazin.
Inoffiziell kursieren darüber hinaus Gerüchte über mögliche Standorte in Siroki Brijeg und Sanski Most – womit die Gesamtzahl auf 29 Städte steigen würde. Das deckt sich mit frühen Ankündigungen aus der Zeit des Markteintritts, als von rund 30 geplanten Standorten die Rede war. Die nun bestätigten Projekte in Prijedor und Cazin stärken insbesondere die Präsenz im Nordwesten des Landes.
Cazins besondere Rolle
Cazin kommt dabei eine besondere Rolle zu: Die Stadt zählt zu den bevölkerungsreichsten im Kanton Una-Sana, gilt als regionales Wirtschaftszentrum mit nennenswerter Kaufkraft und verfügt über eine ausgeprägte Diaspora-Verbindung. Dass Lidl auch diesen Standort ins Visier nimmt, zeigt den Anspruch des Unternehmens, auch bislang unterversorgte Regionen in sein Netz einzubinden.
Mit der wachsenden Zahl bestätigter Standorte rückt der tatsächliche Geschäftsbetrieb in greifbare Nähe. Als einzige größere Stadt fehlt bislang Tuzla auf der Bestätigungsliste – dort hatte Lidl offenbar Schwierigkeiten, geeignete Grundstücke zu finden.
Laut Unternehmensangaben plant Lidl, bis Ende 2026 mindestens 30 Filialen in Bosnien und Herzegowina in Betrieb zu haben. Die ersten 10 bis 15 Märkte sollen dabei gleichzeitig in den wichtigsten urbanen Zentren eröffnen. Inoffiziell ist laut BiznisInfo von einer Eröffnung der ersten Objekte im kommenden Jahr die Rede.