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Autobahnstreit

Lobau-Protest vor Ministerium: 150 Aktivisten gegen Tunnelbau

Lobau-Protest vor Ministerium: 150 Aktivisten gegen Tunnelbau
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Baucontainer stehen, Zählstellen entstehen – und der Widerstand formiert sich bereits vor dem ersten Spatenstich.

Mit dem Beginn bauvorbereitender Maßnahmen für den Lückenschluss der S1 Wiener Außenring Schnellstraße ist in dieser Woche auch der erste organisierte Widerstand laut geworden. Am Donnerstagvormittag versammelten sich nach eigenen Angaben rund 150 Personen vor dem Verkehrsministerium, darunter Aktivistinnen und Aktivisten von Lobau Bleibt! und Fridays For Future. Die konkreten Arbeiten betreffen bauvorbereitende Schritte im Freilandabschnitt zwischen Groß-Enzersdorf und dem Knoten Süßenbrunn – etwa das Aufstellen von Baucontainern sowie die Errichtung von sechs Zählstellen. Der eigentliche Trassenbau ist erst für das Jahr 2027 geplant.

Breites Bündnis protestiert

Zum Protest aufgerufen hatte ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, dem neben Fridays For Future und Lobau Bleibt! auch Global 2000, Greenpeace, System Change sowie das Bündnis SoWi_So angehören. Laila Kriechbaum von Fridays For Future erklärte: „Es ist absurd, dass Verkehrsminister Hanke an dem Projekt festhält, während Recht und Wissenschaft dagegen sprechen.“ Das Bündnis Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau brachte seine Position mit der Forderung „Lobau statt Sozialabbau!“ auf den Punkt.

Kritik kommt auch vom VCÖ (Verkehrsclub Österreich): Das Projekt sei mit enormen Kosten verbunden, verursache erhebliche ökologische Schäden und stelle keine wirksame Antwort auf die bestehenden Verkehrsprobleme dar. Die geplanten Kosten für das S1-Projekt mit Lobautunnel betragen 2,7 Milliarden Euro. VIRUS-Sprecher Wolfgang Rehm zufolge ist mit einem tatsächlichen Baubeginn erst im kommenden Jahr zu rechnen. Jede bereits jetzt durchgeführte Tätigkeit bleibe ungeachtet aller gegenteiligen Beteuerungen rechtswidrig, so die Position der Umweltorganisation.

Wirtschaft begrüßt Projekt

Nachdem bereits am Mittwoch zahlreiche Organisationen Stellung bezogen hatten, rissen die Reaktionen auch am Donnerstag nicht ab. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, zeigte sich erfreut: „Endlich kommt Bewegung in dieses wirklich wichtige Projekt.“ Die Phase permanenter Verzögerungen neige sich nun dem Ende zu, so Ruck. „Der Regionenring ist eine essenzielle Lebensader für die Wirtschaft – nicht nur in, sondern auch um Wien.“

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KO KOSMO-Redaktion
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