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Lohnschere

Gehaltslücke: Trotz besserer Bildung weniger Geld für Frauen

Gehaltslücke: Trotz besserer Bildung weniger Geld für Frauen
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2 Min. Lesezeit |

Österreich hinkt beim Lohngleichstand hinterher – und das trotz eines höheren Bildungsniveaus der Frauen.

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in der österreichischen Privatwirtschaft ist in den vergangenen zehn Jahren zwar gesunken, bewegt sich aber nach wie vor deutlich im zweistelligen Bereich. Laut Statistik Austria verdienten Frauen im Jahr 2014 noch 22,2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen; bis 2024 sank dieser Wert auf 17,6 Prozent. Gemessen wird der Gender Pay Gap europaweit einheitlich anhand der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste in der Privatwirtschaft.

Im EU-Schnitt verringerte sich der Abstand im selben Zeitraum von 15,7 auf 11,1 Prozent – ebenfalls ein Rückgang von 4,6 Prozentpunkten, wie auch in Österreich. Damit belegt Österreich im EU-weiten Vergleich den drittletzten Platz, während der europäische Durchschnitt 2024 bei 11,1 Prozent lag.

Strukturelle Ursachen

Analysen von Statistik Austria zufolge lassen sich rund ein Drittel des nach wie vor hohen Gender Pay Gaps in Österreich auf strukturelle Faktoren zurückführen. Frauen sind häufiger in schlechter entlohnten Branchen und Berufsfeldern tätig und verweilen im Schnitt kürzer in einem Unternehmen als Männer. Der Einfluss unterschiedlicher Arbeitszeiten ist durch die Berechnung auf Stundenbasis bereits herausgerechnet – allerdings wird Teilzeitarbeit im Durchschnitt pro Stunde geringer vergütet, wovon Frauen überproportional betroffen sind.

Auch bei den Motiven für Teilzeitbeschäftigung zeigen sich erhebliche Unterschiede: Für 40,1 Prozent der Frauen waren Betreuungspflichten gegenüber Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen der ausschlaggebende Grund, bei Männern traf dies lediglich auf 7,2 Prozent zu. Bemerkenswert ist zudem ein weiteres Ergebnis der Statistik Austria: Würde man ausschließlich das formale Bildungsniveau heranziehen, müssten Frauen im Durchschnitt bereits höhere Einkommen erzielen als Männer.

Pensionslücke wächst

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat sich im vergangenen Jahrzehnt merklich erhöht. Die entsprechende Quote stieg laut Statistik Austria von 66,9 Prozent im Jänner 2014 auf 70,7 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig nahm die Teilzeitquote von Frauen im selben Zeitraum von 46,9 auf 51,1 Prozent zu.

Diese Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt schlagen sich auch unmittelbar auf die Altersvorsorge nieder.

Im Jahr 2024 lagen die Alterspensionen von Frauen um 40,3 Prozent unter jenen der Männer.