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Familientragödie

Mädchen (8) getötet: So lebte die Familie in Kumberg

Mädchen (8) getötet: So lebte die Familie in Kumberg
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Eine Gemeinde in Schockstarre, ein Vater in Haft, ein Kind tot: In Kumberg bei Graz erschüttert eine Bluttat die ganze Region.

Erschütterung, Trauer und die bange Frage nach dem Warum: Die Gemeinde Kumberg ringt darum zu verstehen, was sich am Montagabend in einem Wohnhaus unweit des Ortszentrums zugetragen hat. Ein 37-jähriger Vater soll seine achtjährige Tochter mit einem Küchenmesser getötet haben. Zahlreiche Bewohner der rund 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde östlich von Graz erfuhren von der Bluttat erst durch die Medien.

Knapp vor 23 Uhr meldete sich ein Familienmitglied aufgeregt bei der Rotkreuz-Landesleitstelle – laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ mit der Nachricht, dass der 37-Jährige seine Tochter angreife. Daraufhin wurde umgehend auch die Polizei alarmiert. Die eintreffenden Beamten trafen den Vater im Badezimmer an, wo er Schnittverletzungen an den Armen aufwies.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge soll er nach der Attacke auf seine Tochter versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Das achtjährige Mädchen wurde in einem anderen Raum des Hauses aufgefunden – mit zahlreichen Stich- und Schnittwunden am Körper. Ein Notarztteam übernahm die Erstversorgung des Kindes und veranlasste den Transport in die Kinderchirurgie des LKH-Uniklinikums Graz, wo die Achtjährige kurz darauf ihren Verletzungen erlag.

Neun Personen, ein Dach

Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich auch die Mutter des Mädchens sowie dessen siebenjährige Schwester im Haus auf. Ob und in welchem Ausmaß sie die Ereignisse wahrnahmen, ist bislang ungeklärt. Das Wohnhaus war vor rund zehn Jahren von zwei Zwillingsbrüdern erworben und gemeinsam mit ihren Familien renoviert worden – zuletzt lebten dort insgesamt neun Personen unter einem Dach: vier Erwachsene und fünf Kinder.

Der 37-Jährige wurde zunächst ambulant behandelt und anschließend ins Polizeianhaltezentrum überstellt. Als mutmaßliche Tatwaffe sicherten die Ermittler ein Küchenmesser. Eine Einvernahme des Tatverdächtigen war aufgrund seines Zustands vorerst nicht möglich.

Neben der Familie des Beschuldigten bewohnt auch sein Bruder das Haus – ein Vater von drei kleinen Töchtern. Die betroffenen Angehörigen werden nach den dramatischen Ereignissen von einem Kriseninterventionsteam psychologisch begleitet.

Schockstarre im Ort

Im Ort selbst sucht man unterdessen nach Erklärungen. „Wir sind alle in Schockstarre“, beschreibt Vizebürgermeisterin Alexandra Pirker die Stimmung gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Hinweise auf ein mögliches Motiv liegen bislang nicht vor, weshalb Pirker es ablehnt, sich an Spekulationen zu beteiligen.

Die Familie sei vielen Kumbergerinnen und Kumbergern zumindest vom Sehen her bekannt gewesen. „Ja, sie haben einen etwas eigenen Lebensstil“, sagt die Vizebürgermeisterin der „Kleinen Zeitung“. Die Familienmitglieder seien häufig in Lederhosen, mit Hut und barfuß unterwegs gewesen, die Kinder hätten beim Einkaufen mitunter in einem Leiterwagerl gesessen.

Abseits davon sei die Familie im Ort keineswegs abgeschottet gewesen. „Sie haben aktiv am Dorfleben teilgenommen. Erst unlängst waren sie bei einem Fest und haben mitgetanzt“, erzählt Pirker gegenüber der Tageszeitung.

Auch Nachbar Adolf Mondschein pflegte regelmäßigen Kontakt zu den beiden Brüdern. „Das sind g’miatliche Leut“, beschreibt er sie in der „Kleinen Zeitung“. Noch eine Woche vor der Tat habe er mit der Familie gesprochen, als diese gemeinsam mit dem Auto unterwegs gewesen sei, um die Sonnenfinsternis zu beobachten.

Als in jener Nacht plötzlich eine Vielzahl an Polizeifahrzeugen vor dem Haus auftauchte, ahnte er zunächst nichts von dem, was geschehen war. „Ich hätte so etwas keinem der beiden Brüder zugetraut“, sagt er gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Auch eine weitere Anwohnerin findet kaum Worte für das Geschehene: „Was diese Familie jetzt durchmachen muss… Mir tun alle so leid.“

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KO KOSMO-Redaktion
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