Mehr Exporte, aber noch mehr Importe: Bosnien und Herzegowinas Außenhandelsbilanz gerät weiter unter Druck.
Bosnien und Herzegowina hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres zwar mehr exportiert als im Vorjahreszeitraum – doch die Importe legten deutlich stärker zu, was das Außenhandelsdefizit weiter in die Höhe trieb. Die Exportdeckungsquote lag bei 56,3 Prozent, das Warenhandelsdefizit summierte sich auf 5,593 Milliarden Konvertible Mark.
Von Jänner bis Mai 2026 erzielte das Land Exporterlöse in Höhe von 7,198 Milliarden KM – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Importe kletterten hingegen auf 12,791 Milliarden KM, was einem Anstieg von 4,6 Prozent entspricht und damit das Exportwachstum mehr als doppelt so stark übertrifft.
EU-Handel stabil
Im Handel mit der Europäischen Union zeigte sich eine etwas ausgewogenere Entwicklung. Die Exporte in EU-Länder stiegen um 6,6 Prozent auf 5,548 Milliarden KM, die Importe aus der EU legten um 5,7 Prozent auf 7,525 Milliarden KM zu. Die Deckungsquote im EU-Handel betrug 73,7 Prozent und lag damit deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt – so geht es aus Daten der Statistikagentur Bosnien und Herzegowinas hervor.
CEFTA-Handel rückläufig
Rückläufig entwickelte sich hingegen der Handel mit den CEFTA-Staaten (Freihandelsabkommen Westbalkan). Die Exporte in diese Länder sanken um 6,2 Prozent auf 1,118 Milliarden KM, die Importe gingen um 2,4 Prozent auf 1,444 Milliarden KM zurück.
Die Exportdeckungsquote im CEFTA-Handel belief sich auf 77,4 Prozent.