Mysteriöse Katzenfälle erschüttern Melk: Dutzende Tiere verschwinden spurlos, andere kehren schwer verletzt zurück. Die Bürger vermuten ein System hinter dem Tierleid.
Seit Juli verschwinden in Melk zahlreiche Katzen, was die Bevölkerung zunehmend beunruhigt. „Das kann kein Zufall mehr sein“, erklärt Benjamin Steyrer, Obmann des Vereins „Freunde der Herrieder Straße Melk“, im Gespräch über die auffällige Häufung vermisster Tiere. Steyrer ist selbst betroffen: Seine beiden Katzen kehrten zwar nach Hause zurück, allerdings mit erheblichen Verletzungen. Vor zweieinhalb Wochen blieb sein Kater drei Tage verschwunden und kam schließlich schwer verletzt wieder. Nach tierärztlicher Untersuchung besteht der Verdacht, dass das Tier getreten wurde. Nur eine Woche später erschien auch seine zweite Katze in schlechtem Zustand – vermutlich hatte sie Frostschutzmittel aufgenommen.
Der Verein reagierte mit einem Facebook-Aufruf, der fast 300 Mal geteilt wurde. Daraufhin meldeten sich 30 Personen, deren Katzen ebenfalls verschwunden sind. Weder Straßenmeisterei noch Wirtschaftshof konnten tote Tiere finden, was für Steyrer ein weiteres Indiz dafür ist, dass hinter den Vorfällen System steckt. Die vermissten Katzen stammen hauptsächlich aus drei Straßenzügen: der Herrieder Straße, der Kreuzackerstraße und der Karl Schmid-Straße.
Anzeige erstattet
Katzenhaltern in der Region rät Steyrer zur Vorsicht: Die Tiere sollten entweder im Haus bleiben oder nur mit GPS-Sendern ins Freie gelassen werden. Er selbst hat bereits Anzeige wegen Tierquälerei erstattet, der sich zehn weitere Melker Bürger angeschlossen haben. „Am wirksamsten wäre es natürlich, jemanden auf frischer Tat zu ertappen“, betont Steyrer.
Polizei kooperiert
Die Polizei Melk hat inzwischen die Zusammenarbeit mit dem Verein gesucht, nachdem eine weitere Katze aufgefunden wurde. Dank des entstandenen Netzwerks konnte immerhin eine Katzenbesitzerin vom Jauerling ihr vermisstes Tier in Melk abholen.
Für Steyrer zumindest „ein kleines Happy End“ in der beunruhigenden Situation.