Jahrzehnte der Verhandlungen, ein historischer Schritt – und trotzdem ist längst nicht alles geklärt. Das EU-Mercosur-Abkommen ist in Kraft.
Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay ist heute vorläufig in Kraft getreten. Während alle vier südamerikanischen Partnerländer den Vertrag bereits ratifiziert haben, steht auf europäischer Seite der formale Abschluss noch aus. Das Europaparlament hat das Handelsabkommen zunächst dem Europäischen Gerichtshof zur rechtlichen Überprüfung vorgelegt.
Zölle entfallen
Mit dem Inkrafttreten entfallen auf beiden Seiten eine Reihe bislang geltender Zölle. Europa liefert in die Mercosur-Länder vor allem Fahrzeuge und Erzeugnisse der chemischen Industrie, während die südamerikanischen Staaten ihrerseits hauptsächlich Agrarprodukte und Rohstoffe in die EU exportieren.
Für Rindfleisch aus Mercosur-Staaten ist ein jährliches Kontingent von 99.000 Tonnen zu reduziertem Zollsatz vorgesehen.
Widerstand der Landwirte
In mehreren europäischen Ländern – besonders ausgeprägt in Frankreich – regt sich unter Landwirten erheblicher Widerstand gegen das Abkommen.
Die Betroffenen befürchten, durch günstigere Importe aus Südamerika unter Druck zu geraten und im Wettbewerb benachteiligt zu werden.