Millionenbetrug mit Sprachdiplomen: Käufer zum Großteil vom Balkan

100 TÄTER & 8.000 ANZEIGEN

Millionenbetrug mit Sprachdiplomen: Käufer zum Großteil vom Balkan

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Betrug-Sprachdiplome-Wien-Österreich
(FOTO: iStockphoto, ÖSD, zVg.)

Das Ergebnis einer großen Polizeiaktion in Wien war ein heftiger Schlag gegen eine „Sprachdiplom-Mafia“, welche Schaden in Millionenhöhe verursachte.

Die insgesamt 100 Täter haben mit gefälschten Sprachzertifikaten ausländischen Staatsbürgern dazu verholfen, sich Aufenthaltstitel zu erschleichen. Jahrelang im Voraus wurde bereits ermittelt, bis die Polizei dann schlussendlich zuschlug. Es hagelte 8.000 Anzeigen.

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Den Einsatzkräften gelang es, eine Organisation zu sprechen, die über die Jahre mafiaähnliche Ausnahme angenommen hatte. Mit den gefälschten Sprachdiplomen verdienten sich die Täter eine goldene Nase. Mehrere Millionen Euro soll die „Sprachdiplom-Mafia“ so gemacht haben.

Erste Spur in Ottakring
2014 stießen die Beamten der Abteilung für Fremdenpolizei und Anhaltevollzug (AFA) auf ein lizenziertes Sprachinstitut im 16. Bezirk. Dieses stellte massenweise Sprachdiplome aus, welche seit einigen Jahren Voraussetzung für die Gewährung eines Aufenthaltstitels in Österreich sind. Ein ähnlicher Fall tauchte auch in der steirischen Hauptstadt auf.

Die „Sprachdiplom-Mafia“ war durch und durch organisiert und bestand aus 25 Haupttätern, die die Untergruppen und Sprachinstitute leiteten, sowie 80 Komplizen.

Großteil der Kunden vom Balkan
Gekauft wurden die gefälschten Diplome zum größten Teil von Personen aus Serbien und Kroatien, welche in Österreich arbeiten möchten, jedoch nicht gut genug Deutsch sprechen.

Potentielle Käufer kontaktierten die Täter via Facebook und diese verschickten die gefälschten Sprachkenntnisnachweise mit der Post aus Bosnien-Herzegowina. Der Preis belief sich zwischen 100 und 2.700 Euro, je nach Art des Diploms.