Brachliegendes Industriegelände wird zur Zukunftsvision: Bosnische Unternehmer planen in Prijedor ein komplettes Stadtviertel mit Wohnungen, Geschäften und Einkaufszentrum.
Zwei bosnische Unternehmer planen ein neues Stadtviertel in Prijedor (Bosnien und Herzegowina) im Wert von mehreren zehn Millionen bosnischen Mark. Wie das Portal BiznisInfo.ba berichtet, soll ein seit Jahren brachliegendes Areal komplett umgestaltet werden – mit Wohngebäuden, Geschäftsflächen und einem großen Einkaufszentrum.
Hinter dem Großprojekt steht die Firma City Mall GmbH Bijeljina, die den erfolgreichen Geschäftsleuten Dragan Stanojlovic und Milos Curcic gehört. Stanojlovic zählt zu den bekanntesten Unternehmern der Region und ist Eigentümer der Sportartikelkette Sport Vision. Das Unternehmen kann bereits auf beachtliche Referenzen verweisen: City Mall hat Einkaufszentren in Bijeljina, Brcko, Zvornik und Doboj errichtet. Aktuell entsteht mit dem Sarajevo City Park in Ost-Sarajevo eines der größten Projekte dieser Art in Bosnien und Herzegowina.
Das Entwicklungsgebiet umfasst das Gelände der ehemaligen Ziegelei im Stadtteil Cirkin Polje. Mit rund 11 Hektar handelt es sich um eine der größten ungenutzten Stadtflächen in Prijedor. Das strategisch günstig an der Hauptstraße Prijedor – Banja Luka gelegene Grundstück liegt seit Jahren brach und wartet auf eine neue Nutzung.
Modernes Mikro-Viertel
Den Planungsunterlagen zufolge schwebt den Investoren ein gemischter urbaner Komplex vor, der Wohnen, Geschäft und Handel unter einem Konzept vereint. Das Projekt ist als modernes „Mikro-Viertel“ konzipiert und würde das Erscheinungsbild dieses Stadtteils grundlegend verändern.
Die Pläne umfassen ein ambitioniertes Bauprogramm: Mehrfamilienwohnhäuser mit bis zu acht Stockwerken, kombinierte Wohn- und Geschäftsgebäude mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss, verschiedene Geschäftsgebäude sowie einen Retail Park – einen offenen Handelskomplex mit mehreren Geschäften und separaten Eingängen. Die beeindruckende Dimension des Vorhabens zeigt sich in der geplanten Bruttobaufläche von über 160.000 Quadratmetern.
Der nächste formelle Schritt zur Umsetzung des Projekts steht unmittelbar bevor. In den kommenden Tagen wird die Stadtversammlung von Prijedor über den Vorschlag zur Änderung des Bebauungsplans für diesen Standort beraten. Bemerkenswert ist, dass der Investor selbst die Kosten für die Erstellung des Plans und das Verfahren übernommen hat.
Heimisches Kapital
Bei grünem Licht für das Vorhaben könnte Prijedor in den nächsten Jahren ein völlig neues Stadtviertel erhalten. Eines der größten städtebaulichen „schwarzen Löcher“ würde sich dann in ein modernes Wohn- und Geschäftszentrum verwandeln.
Dragan Stanojlovic sorgte bereits im vergangenen Sommer für Schlagzeilen, als er die Firma Standard Nekretnine von Miroslav Miskovic erwarb, die wertvolle Grundstücke im Sarajevo-Stup besitzt.
Die geplante Investition in Prijedor bestätigt einen bemerkenswerten Trend: Heimisches Kapital, angeführt von den finanzstärksten bosnischen Unternehmern, fließt zunehmend in große städtebauliche Projekte – nicht nur in den Metropolen, sondern verstärkt auch in regionalen Zentren.