Zweieinhalb Jahre Haft für einen Arzt, der Matthew Perry mit Ketamin versorgte – doch das tödliche Mittel stammte laut Anklage nicht von ihm.
Ein Gericht in Santa Monica (Kalifornien) hat einen Arzt wegen seiner Rolle im Zusammenhang mit dem Tod des „Friends“-Stars Matthew Perry zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Wie US-Medien wie die „Los Angeles Times“ und CBS am Mittwoch berichteten, verhängte Richterin Sherilyn Peace Garnett zusätzlich eine Geldstrafe von 5.600 Dollar (umgerechnet etwa 4.800 Euro).
Der 54-jährige Perry wurde am 28. Oktober 2023 leblos im Whirlpool seines Anwesens in Los Angeles aufgefunden. Durch seine Rolle in der von 1994 bis 2004 produzierten Erfolgsserie „Friends“ hatte er gemeinsam mit seinen Co-Stars Courteney Cox, Matt LeBlanc, Jennifer Aniston, Lisa Kudrow und David Schwimmer internationale Berühmtheit erlangt. Sein plötzlicher Tod löste weltweit Bestürzung aus.
Der Schauspieler hatte in der Vergangenheit offen über seine Suchtprobleme gesprochen. Medienberichten zufolge unterzog er sich wegen Depressionen und Angstzuständen einer ärztlich begleiteten Ketamintherapie. Parallel dazu soll er das Medikament auch illegal erworben haben.
Die Gerichtsmedizin in Los Angeles führte Perrys Tod auf die Wirkung von Ketamin zurück. Als weitere Faktoren wurden Ertrinken, eine Herzerkrankung sowie die Auswirkungen eines Medikaments gegen Opioidabhängigkeit genannt. Der Todesfall wurde als Unfall eingestuft.
Ärztliches Fehlverhalten
Der 43-jährige Mediziner hatte vor Gericht zugegeben, Perry mit dem Narkosemittel Ketamin beliefert zu haben. Er zeigte Reue und bekannte sich schuldig, woraufhin weitere Anklagepunkte fallengelassen wurden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, dem Schauspieler zwischen Ende September und Mitte Oktober 2023 mehrfach Ketamin beschafft zu haben.
Der Arzt hatte dem Schauspieler das Mittel laut Anklage auch persönlich verabreicht – sowohl in dessen Haus als auch auf dem Rücksitz von Perrys Auto auf einem öffentlichen Parkplatz. Dafür soll er mehrere tausend Dollar erhalten haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft stammte das letztlich tödliche Ketamin jedoch nicht von diesem Arzt.
Die „New York Times“ zitierte aus Gerichtsdokumenten eine Textnachricht des Arztes an einen Kollegen bezüglich des Ketamin-Preises: „Ich frage mich, wie viel der Idiot zahlen wird“, gefolgt von: „Lass es uns herausfinden“.
Weitere Verfahren
Laut „Los Angeles Times“ erklärte die Richterin bei der Urteilsverkündung, der Arzt und andere hätten Perrys Ketaminsucht gefördert. „Sie haben den hippokratischen Eid geschworen, keinen Schaden anzurichten, aber Sie haben Schaden angerichtet.“
Die Verteidiger des Arztes erklärten nach dem Urteil, ihr Mandant akzeptiere die Strafe in tiefer Reue. Er habe freiwillig seine ärztliche Zulassung aufgegeben. Die Fehler, die er während der Behandlung des Schauspielers begangen habe, würden ihn lebenslang begleiten.
Nach Perrys Tod hatten Ermittlungsbehörden fünf Personen festgenommen und schwerwiegende Vorwürfe gegen sie erhoben. Drei der Beschuldigten – darunter ein weiterer Arzt, ein Assistent und ein Bekannter des Schauspielers – haben sich im vergangenen Jahr schuldig bekannt.
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