Brennende Barrikaden, verletzte Polizisten und ein brutaler Angriff auf einen wehrlosen Beamten – in Turin eskalierte eine Demonstration gegen die Räumung eines besetzten Hauses.
Rund 15.000 Menschen zogen am Samstag durch die Innenstadt von Turin, um gegen die Räumung des autonomen Zentrums „Askatasuna“ zu demonstrieren. Die Veranstaltung, die laut Organisatoren sogar 50.000 Teilnehmer mobilisierte, eskalierte rasch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Zahlreiche vermummte Demonstranten attackierten die Polizei mit Steinen, Flaschen und anderen Wurfgeschossen. Der Konflikt verschärfte sich durch den Einsatz von Molotowcocktails und pyrotechnischen Gegenständen seitens militanter Teilnehmer. In mehreren Straßenzügen wurden Müllcontainer in Brand gesetzt, auch ein Einsatzfahrzeug fing Feuer.
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Brutale Straßenkämpfe
Die Ordnungskräfte, die den Demonstranten zahlenmäßig deutlich unterlegen waren, versuchten mit Wasserwerfern und Tränengas die Situation zu kontrollieren, konnten die Ausschreitungen jedoch nicht eindämmen. Besonders schockierend war ein dokumentierter Vorfall, bei dem mehrere Vermummte einen am Boden liegenden Polizeibeamten attackierten – Aufnahmen zeigen, wie die Angreifer auf den wehrlosen Mann einschlugen und eintraten, wobei angeblich auch ein Hammer zum Einsatz kam.
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Nach offiziellen Angaben wurden 31 Polizisten verletzt. Über verletzte Demonstranten liegen keine gesicherten Zahlen vor, jedoch wurde mindestens ein Teilnehmer mit Kopfverletzungen abtransportiert. Nach stundenlangen Straßenkämpfen löste sich die Demonstration in den Nachtstunden auf. Die Behörden nahmen zehn Personen fest.
Melonis Reaktion
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte mit scharfer Kritik auf die Ereignisse: „Das ist weder Dissens noch Protest: Es ist gewaltsame Aggression gegen den Staat und seine Repräsentanten.“ Deshalb müssen sie als das behandelt werden, was sie sind – ohne Zugeständnisse oder Rechtfertigung.
Das umstrittene Zentrum „Askatasuna“, Ausgangspunkt des Protests, war im Dezember vergangenen Jahres nach fast drei Jahrzehnten geräumt worden.
Die Einrichtung hatte ihren Ursprung in einer Hausbesetzung im Jahr 1996 und galt als Treffpunkt anarchistischer Gruppen.