20 Monate Untersuchungshaft, dann ein Richterspruch und plötzlich öffnet sich für René Benko eine Tür, die kaum jemand bekommt.
Das Landesgericht Innsbruck hat dem Antrag von René Benko auf Wechsel in den elektronisch überwachten Hausarrest stattgegeben. Nach 20 Monaten in Untersuchungshaft kann der ehemalige Signa-Chef damit seine Zelle in der Innsbrucker Justizanstalt verlassen. Der Vollzug der Maßnahme erfolgte noch innerhalb weniger Stunden nach seiner Rückkehr in die Justizanstalt.
Benkos Entlassung
Am Mittwochvormittag fiel die Entscheidung im Saal 125 des Landesgerichts Innsbruck, wo Benko persönlich anwesend war. Sein Verteidiger Norbert Wess zeigte sich unmittelbar danach erleichtert: „Wir freuen uns natürlich aus Sicht der Verteidigung aber insbesondere auch für unseren Mandanten, dass das LG Innsbruck unserem Rechtsstandpunkt gefolgt ist.“ Noch am selben Tag bezog Benko eine eigens angemietete Wohnung im Innsbrucker Stadtzentrum mit rund 60 Quadratmetern.
Rechtlich bleibt Benko trotz des Wechsels weiterhin in Untersuchungshaft – lediglich die Form der Vollziehung ändert sich. Dass Untersuchungshäftlinge in Österreich in den elektronisch überwachten Hausarrest wechseln dürfen, ist eine ausgesprochene Ausnahme: Zuletzt erhielt nur eine von 1.863 Personen in Untersuchungshaft diese Möglichkeit.
Nächster Strafprozess
Bereits in drei Wochen steht dem 49-jährigen Immobilienunternehmer der nächste Strafprozess bevor, der die Causen Haselsteiner und Jagdgewehr umfasst. In seiner neuen Unterkunft soll Benko die Gelegenheit haben, sich auf dieses Verfahren vorzubereiten.
Parallel dazu laufen weitere juristische Auseinandersetzungen und Ermittlungsverfahren gegen ihn.