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Stellenabbau

Nach Corona-Boom: Stellenabbau bei BioNTech – bis zu 1.860 Jobs betroffen

Nach Corona-Boom: Stellenabbau bei BioNTech – bis zu 1.860 Jobs betroffen
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

BioNTech schrumpft: Fast 2.000 Jobs stehen auf dem Spiel – und selbst an der Spitze des Unternehmens kündigt sich ein radikaler Bruch an.

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen BioNTech plant die Schließung mehrerer Produktionsstandorte – mit möglichen Folgen für bis zu 1.860 Beschäftigte. Konkret betroffen sind die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie eine Produktionsstätte in Singapur. Am Standort Tübingen, wo rund 820 ehemalige CureVac-Mitarbeiter tätig sind, ist die Lage besonders ungewiss.

Die Schließungen sollen bis Ende des kommenden Jahres schrittweise vollzogen werden. Das Werk in Singapur soll bereits im ersten Quartal 2027 den Betrieb einstellen.

Strategischer Umbau

Ausschlaggebend für den Konzernumbau ist der deutliche Rückgang im Covid-Impfstoffgeschäft. Im ersten Quartal erwirtschaftete BioNTech lediglich 118,1 Millionen Euro Umsatz – nach 182,8 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig weist das Unternehmen einen Verlust von 531,9 Millionen Euro aus, der unter anderem auf umfangreiche Investitionen in neue Therapiefelder, insbesondere in der Onkologie, zurückzuführen ist. Zum Vergleich: 2022 erzielte BioNTech noch einen Gewinn von 9,4 Milliarden Euro.

Strategisch setzt BioNTech künftig verstärkt auf mRNA-basierte Krebsmedikamente; bis 2030 sind mehrere Zulassungsanträge geplant. Im Impfstoffsegment bleibt das Unternehmen zwar präsent, allerdings auf deutlich reduziertem Niveau. Für die Saison 2026/27 wird an einer aktualisierten Version des Corona-Impfstoffs gearbeitet.

Den Gesamterlös für das laufende Geschäftsjahr beziffert der Konzern auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro – ein erheblicher Rückgang gegenüber den Pandemiejahren.

Produktion & Führung

Wie die „Bild“ berichtet, wird BioNTech die Produktion von Corona-Impfstoffen in Deutschland vollständig aufgeben. Die Herstellung übernimmt künftig der US-amerikanische Partner Pfizer. Innerhalb Deutschlands verbleiben lediglich der Hauptsitz in Mainz sowie Büros in Berlin und München.

Einzelne Standorte sollen teilweise oder vollständig veräußert werden. Als Ursachen nennt BioNTech Überkapazitäten, eine zu geringe Auslastung der Anlagen sowie wachsenden Kostendruck. Mit den geplanten Maßnahmen strebt das Unternehmen ab 2029 jährliche Einsparungen von bis zu 500 Millionen Euro an.

Darüber hinaus steht ein Führungswechsel an der Unternehmensspitze bevor: Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci haben angekündigt, spätestens zum Jahresende aus dem Unternehmen auszuscheiden.

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KO KOSMO-Redaktion
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