Venedig verdoppelt den Preis für Tagesbesucher auf bis zu zehn Euro. Die Lagunenstadt kämpft gegen Überfüllung – und am Gardasee denkt man über ähnliche Schritte nach.
Venedig erhöht 2025 die Eintrittsgebühren für Touristen deutlich. Besucher müssen künftig bis zu zehn Euro zahlen, wenn die Lagunenstadt besonders stark frequentiert ist. Die Maßnahme folgt auf eine Testphase im Jahr 2024, bei der bereits fünf Euro für den Zugang zur „Stadt der Liebe“ fällig wurden.
Die Tagesgebühr soll helfen, den Besucherandrang zu regulieren. Hotelbetreiber weisen auf erhebliche Sicherheitsrisiken durch die Menschenmassen hin. In den schmalen Gassen der Altstadt entstehen bei hohem Touristenaufkommen gefährliche Engpässe, die im Notfall Rettungsfahrzeugen den Weg versperren können.
Als Konsequenz wird nun über eine verpflichtende Voranmeldung für die Altstadt an bestimmten Feiertagen nachgedacht. Parallel dazu steht die Einführung einer Zugangsgebühr für Tagesgäste zur Diskussion.
Sirmiones Schutzmaßnahmen
„Sirmione ist eine Perle, die wir weiterhin für Touristen offen halten wollen, allerdings mit Ausgewogenheit und Respekt für die Einwohner“, betonte Massimo Padovan, Sicherheitsbeauftragte der Stadt. Ein obligatorisches Buchungssystem für das Zentrum sei laut ihm dringend notwendig.
Der beliebte Urlaubsort darf unter den Besuchermassen nicht untergehen, heißt es weiter.
Gardasee folgt Beispiel
Auch am Gardasee denkt man mittlerweile über ähnliche Maßnahmen nach. Die bei Urlaubern beliebte Gemeinde Sirmione erwägt ebenfalls Tagesgebühren einzuführen. Wie Venedig verzeichnet der Ort einen massiven Touristenansturm – darunter viele Besucher aus Österreich.
In den vergangenen Jahren ist die Besucherzahl am Gardasee erheblich gestiegen. Sirmione zählt mit 1,36 Millionen Übernachtungen zu den meistbesuchten Destinationen der Region.
Bei einer Einwohnerzahl von lediglich 8.000 Menschen.
Erfolge in anderen Touristenorten
Das Modell der Tourismusgebühren zeigt bereits andernorts positive Wirkung. In Dubrovnik ging nach Einführung einer Tagesgebühr für Kreuzfahrtgäste 2024 die Besucherzahl an Spitzentagen um bis zu 15 Prozent zurück. Die kroatische Küstenstadt, die unter ähnlichen Überfüllungsproblemen leidet, konnte dadurch die Situation in ihrer historischen Altstadt merklich entlasten.
Lokale Unternehmen in Dubrovnik berichten von besser planbaren Abläufen, ohne dass die Gesamteinnahmen im Tourismussektor stark zurückgegangen wären. Dieses Beispiel könnte auch für italienische Tourismusmagneten richtungsweisend sein.
Auch in Österreich laufen derzeit Debatten über ähnliche Konzepte. In Salzburg wird angesichts steigender Touristenzahlen über eine Begrenzung von Tagesgästen nachgedacht. Der Hotel- und Handelsverband sieht darin sowohl Chancen zum Schutz der Innenstadt als auch mögliche Einbußen bei Spontanbesuchen.