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Mehrere Tote

Nächtlicher Raketenangriff auf Kiew: Bewohner fliehen in Metro-Stationen

Nächtlicher Raketenangriff auf Kiew: Bewohner fliehen in Metro-Stationen
FOTO: EPA/SERGEY KOZLOV
3 Min. Lesezeit |

Kiew erwacht zu Explosionen, Trümmern und Rauchwolken – der Angriff trifft die Stadt mitten ins Herz.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit einem massiven Raketen- und Drohnenangriff attackiert. Berichten zufolge soll dabei auch die Hyperschallrakete Zircon zum Einsatz gekommen sein. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren heftige Explosionen zu hören, zahlreiche Bewohner suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern.

Vorübergehend kam es zu Stromausfällen. In Kiew wurden mindestens drei Menschen getötet und Dutzende verletzt, in der Stadt Dnipro kamen nach Angaben der Behörden vier weitere Menschen ums Leben. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte auf Telegram mit, die Luftabwehr sei im Einsatz. Gemeinsam mit Militärverwalter Tymur Tkatsenko berichtete er von mehreren Bränden in der Stadt, die teils durch herabfallende Trümmer abgeschossener Raketen verursacht worden seien.

Wohnhaus eingestürzt

Über der Hauptstadt stiegen am frühen Morgen Rauchwolken auf. Im Kiewer Bezirk Podilskyj ist demnach ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt, es wird befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. An anderer Stelle wurden die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohngebäudes durch einen Einschlag beschädigt.

Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden auch aus den Großstädten Charkiw, Dnipro und Saporischschja gemeldet. Die ukrainische Luftwaffe bestätigte, dass Russland bei den Attacken auch ballistische Raketen eingesetzt habe. Im benachbarten Polen versetzte das Militär angesichts der Angriffe seine Luftabwehr in Alarmbereitschaft und ließ Kampfflugzeuge aufsteigen – derartige Maßnahmen sind bei größeren Angriffen auf die Ukraine keine Seltenheit.

Selenskyjs Warnung

Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seit Ende der vergangenen Woche mehrfach vor einem weiteren massiven Luftangriff gewarnt. „Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell“, erklärte er am Samstag in einer Videobotschaft und appellierte an die Bevölkerung, Luftalarm nicht zu ignorieren.

Selenskyj räumte ein, dass ausbleibender Nachschub westlicher Verbündeter bei der Abwehr ballistischer Raketen und Marschflugkörper zunehmend Probleme bereite, auch wenn die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft sei. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Beide Kriegsparteien greifen dabei massiv auf Drohnen und Raketen zurück, um Ziele im Hinterland des Gegners zu treffen.

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KO KOSMO-Redaktion
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