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Cybergewalt

„Nein heißt, sie will mehr“: Ex lud über Tinder Fremde ein, bei ihr einzubrechen

„Nein heißt, sie will mehr“: Ex lud über Tinder Fremde ein, bei ihr einzubrechen
Foto: Polizei Cheshire
2 Min. Lesezeit |

Ein gefälschtes Profil, eine echte Adresse – und zahlreiche fremde Männer, die plötzlich vor dem Haus einer Frau auftauchten.

Asad Hussain erstellte im Vereinigten Königreich gefälschte Tinder-Profile seiner früheren Partnerin. Darin suggerierte er fremden Männern, die Frau habe eine sogenannte „Vergewaltigungsfantasie“ und wolle gegen ihren vermeintlichen Widerstand grob behandelt werden. Ein „Nein“ bedeute lediglich, dass sie es „noch mehr wolle“, hieß es in den Nachrichten.

Hussain gab dabei die genaue Wohnadresse der Frau weiter und forderte Männer in einzelnen Fällen dazu auf, das Haus zu betreten oder die angeblich klemmende Haustür aufzudrücken. Nach Angaben der Polizei erschienen mindestens 18 Männer an der Adresse. Wie viele Personen tatsächlich durch die gefälschten Profile angelockt wurden, ist nicht bekannt.

Schuldig in mehreren Punkten

Ein Gericht sprach Hussain in mehreren Anklagepunkten schuldig: wegen Stalkings, das beim Opfer schwere Angst und erhebliche seelische Belastungen auslöste, wegen Körperverletzung sowie wegen der Nichtbefolgung einer Anordnung nach Section 49 des britischen Regulation of Investigatory Powers Act.

Eine solche Anordnung kann Betroffene dazu verpflichten, Behörden Zugangscodes, Schlüssel oder entschlüsselte digitale Informationen zur Verfügung zu stellen. Hussain hatte sich geweigert, den Ermittlern den verlangten Zugang zu geschützten Daten auf seinen Geräten zu ermöglichen.

Am 29. Juni 2026 wurde Asad Hussain am Chester Crown Court zu acht Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich verhängte das Gericht eine 15-jährige Schutzanordnung, die ihm den Kontakt zu seiner früheren Partnerin und deren Töchtern untersagt.

Der Fall zeigt, wie gefälschte Profile und gestohlene digitale Identitäten genutzt werden können, um eine reale Gefahr für Betroffene und ihre Familien zu schaffen.

Zugleich rückt die Frage in den Mittelpunkt, mit welchen technischen und organisatorischen Maßnahmen Dating-Plattformen den Missbrauch ihrer Dienste für derartige Angriffe besser verhindern können.

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KO KOSMO-Redaktion
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