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Zeitenwende

Hitlers Geburtshaus als Polizeistation eröffnet – „Nichts wird vertuscht

Hitlers Geburtshaus als Polizeistation eröffnet – „Nichts wird vertuscht
Foto: epa/MARTIN DIVISEK
3 Min. Lesezeit |

Ein Gebäude, das jahrzehntelang für Unbehagen und Diskussionen sorgte, bekommt eine neue Bestimmung – und soll künftig für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stehen.

Am Mittwoch wurde im ehemaligen Geburtshaus Adolf Hitlers in Braunau am Inn offiziell ein neues Polizeizentrum eröffnet. Der Schritt folgt auf eine jahrelange Debatte über die künftige Nutzung des Gebäudes. Bürgermeister Johannes Waidbacher erklärte bei der Eröffnungsfeier, er hoffe, dass die Umwidmung zeige, dass sich die Gemeinschaft vor Ort mit ihrer Geschichte auseinandersetze und Verantwortung übernehme.

Umbau kostete rund 20 Millionen Euro

Nach mehrfachen Verzögerungen und einem seit Herbst 2023 laufenden Umbau präsentiert sich das Gebäude heute in deutlich veränderter Gestalt. Die Kosten beliefen sich auf rund 20 Millionen Euro. Der historische Bürgerbau, dessen Ursprünge vermutlich bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen, wurde nach einem Entwurf des Architekturbüros Marte.Marte neu gestaltet.

Die ehemals gelbe beziehungsweise ockerfarbene Fassade ist nun weiß gestrichen, auch Fenster und Eingangsbereich wurden verändert. An der Außenfassade weist die Aufschrift „Polizei“ auf die neue Nutzung hin. Der Gedenkstein vor dem Gebäude blieb erhalten. Er besteht aus Granit aus dem Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen und trägt die Inschrift: „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.“

In dem Gebäude sind künftig die Polizeiinspektion Braunau mit rund 45 Polizistinnen und Polizisten sowie das Bezirkspolizeikommando mit weiteren Bediensteten untergebracht. Insgesamt arbeiten damit knapp 50 Personen in dem neuen Polizeizentrum.

Rund hundert Personen nahmen an der Eröffnungszeremonie teil. Unter den Gästen befanden sich etwa dreißig uniformierte Polizeibedienstete sowie Innenminister Gerhard Karner. Bürgermeister Waidbacher äußerte die Hoffnung, dass die Eröffnung Klarheit in die jahrelange Diskussion bringe und auch für die Bewohnerinnen und Bewohner Braunaus zu mehr Ruhe führe.

„Ort der Demokratie“

Karner bezeichnete das Gebäude künftig als „Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Sicherheit, der Freiheit und der Menschenwürde“. Die heutige Polizei stehe damit für das genaue Gegenteil jener Ideologie, mit der der frühere Bewohner des Hauses verbunden werde.

Die neue Nutzung bleibt dennoch umstritten. Historiker und Vertreter von Opferverbänden kritisieren, dass der historische Zusammenhang durch die Umgestaltung zu wenig sichtbar werde. Unter anderem wird eine mehrsprachige Informationstafel gefordert, die ausführlicher über die Geschichte des Gebäudes und Österreichs Rolle während der NS-Zeit informiert.

Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 in dem Haus geboren, lebte dort jedoch nur für kurze Zeit. Das Gebäude entwickelte sich später dennoch zu einem symbolisch stark belasteten Ort und zog wiederholt Rechtsextreme und Anhänger des Nationalsozialismus an.

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KO KOSMO-Redaktion
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