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Leptospirose

Neue Epidemie: Erste Fälle in diesen Balkanländern bestätigt

Neue Epidemie: Erste Fälle in diesen Balkanländern bestätigt
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3 Min. Lesezeit |

In Sarajevo wurde offiziell eine Epidemie der Infektionskrankheit Leptospirose ausgerufen. Wie das Gesundheitsinstitut des Kantons Sarajevo mitteilte, wurden in der Zeit vom 14. bis 21. Mai insgesamt 17 laborbestätigte Fälle registriert. Bereits am 29. April waren erste Verdachtsfälle gemeldet worden – vor allem bei arbeitsfähigen Männern aus dem Stadtteil Dobrinja, die grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Unwohlsein und starke Kopfschmerzen aufwiesen.

Drei Patienten mussten bislang im Krankenhaus behandelt werden. Labore bestätigten, dass es sich um eine sogenannte städtische Leptospirose handelt – eine Form der Krankheit, die in urbanen Gebieten durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren, insbesondere über deren Urin, übertragen wird.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Sarajevo hat Ermittlungen eingeleitet, nachdem Medienberichte über Versäumnisse in der Schädlingsbekämpfung und das Ausmaß der Ausbreitung erschienen waren. Elna Ibrahimović, Direktorin der Abteilung für Hygiene, erklärte, dass seit zwei Jahren keine systematische Schädlingsbekämpfung mehr durchgeführt wurde – aufgrund administrativer und vergaberechtlicher Probleme. Fachleute sehen genau darin einen Hauptgrund für das aktuelle Infektionsgeschehen.

Was ist Leptospirose?

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch den Kontakt mit kontaminiertem Wasser, Boden oder Urin infizierter Tiere – meist Ratten und andere Nagetiere – übertragen wird. Die Erkrankung kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, lebensbedrohlich verlaufen.

Zu den häufigsten Symptomen zählen laut dem serbischen Gesundheitsinstitut „Batut“ hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskel- und Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Appetitlosigkeit. In schweren Fällen kann es auch zu Gelbsucht, Atemnot, Hautausschlägen, Sehstörungen und Durchfall kommen.

Droht Serbien eine ähnliche Epidemie?

Ob auch Serbien von einer solchen Epidemie bedroht ist, wurde vom Institut „Batut“ bislang nicht öffentlich kommentiert. Allerdings wurde Leptospirose in der Vergangenheit auch in Serbien wiederholt registriert – zuletzt auffällig häufig im Jahr 2014, nach den schweren Überschwemmungen. Laut einem Bericht aus dem Jahr 2023 wurden 45 Fälle gemeldet – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.

Die Übertragungsgefahr steigt besonders dann, wenn durch Naturkatastrophen oder fehlende Hygiene Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung vernachlässigt werden.

Auch Montenegro betroffen

Unterdessen wurde nun auch in Montenegro ein erster Fall von Leptospirose bestätigt. Wie das Institut für öffentliche Gesundheit in Podgorica mitteilt, wurde der Fall im nordmontenegrinischen Bijelo Polje registriert. Seit 2015 gab es dort insgesamt 18 gemeldete Infektionen, jedoch keine Todesfälle. Die Behörden betonen, dass die Krankheit bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbar ist und sich unter Kontrolle halten lässt.

Die meisten Infektionen (61 Prozent) wurden in Podgorica gemeldet, gefolgt von weiteren Fällen in Städten wie Berane, Danilovgrad, Budva, Ulcinj und Tuzi.