Die ÖVP und SPÖ haben im Wiener Palais Epstein ein erstes Sondierungsgespräch geführt. Ziel war es, mögliche Wege für eine künftige Koalition zu erkunden. Das Treffen dauerte über vier Stunden und wurde von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) als „professionell“ und „korrekt“ beschrieben.

Im Mittelpunkt des Treffens zwischen Karl Nehammer (ÖVP) und Andreas Babler (SPÖ) standen Wettbewerbsfähigkeit, der Wirtschaftsstandort sowie die Integration und Migration. Kanzler Nehammer betonte, dass diese Themenbereiche eingehender diskutiert werden müssten. Weitere wichtige Agendapunkte für zukünftige Gespräche sind Bildung, Klima- und Umweltschutz, Arbeitsmarkt sowie die innere und äußere Sicherheit.
SPÖ-Chef Andreas Babler berichtete von einer guten Atmosphäre während des Gesprächs und äußerte optimistische Töne hinsichtlich einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Er stellte jedoch klar, dass die SPÖ nur einer Regierung beitreten werde, wenn es gelingt, das Leben der Menschen in Österreich entscheidend zu verbessern, das Gesundheitssystem zu stärken und Gerechtigkeit sicherzustellen.
Unterschiede und Aussicht auf den weiteren Prozess
Beide Parteichefs betonten die vielen Unterschiede zwischen ihren Parteien, fanden jedoch in einem Punkt Übereinstimmung: Ein „Weiter wie bisher“ dürfe es nicht geben. Nehammer formulierte es als „Es muss weiter gehen – aber nicht weiter wie bisher“, eine Ansicht, die Babler teilte.
Die Vorsitzende der SPÖ-Frauen, Eva-Maria Holzleitner, die ebenfalls am Treffen teilnahm, bestätigte, dass das Treffen nicht ausreichend Raum für tiefgreifende Analysen bot, jedoch als fundamentale Basis des Vertrauens diente.
[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]
Ansprechpartner wie Eva-Maria Holzleitner sehen die Parteien vor der Herausforderung, angesichts der unterschiedlichen Ziele Kompromisse zu finden. Eine Regierungskonstellation wird nicht über Nacht entstehen. Gespräche mit anderen Parteien gelten als unverzichtbar, um eventuell eine dritte Kraft in eine Koalition einzubinden.