Mit dem Ende des Schuljahres kommt nicht nur die langersehnte Zeit der Schulferien, sondern auch die Zeugnisverteilung, die oft gemischte Gefühle bei Kindern und Eltern hervorruft. Ein schlechtes Zeugnis kann zur Belastungsprobe für den familiären Frieden werden. Doch wie sollten Eltern auf schlechte Noten reagieren und welche Schritte können sie ergreifen, um ihrem Kind zu helfen?
Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass ein schlechtes Zeugnis kein endgültiges Urteil über die Fähigkeiten des Kindes ist. „Ein Zeugnis sagt nichts über die tatsächliche Intelligenz oder die Fähigkeiten des Kindes aus. Es ist vielmehr eine Momentaufnahme“, erklärt Magdalena Rankl, Pädagogin und Beraterin der Rat auf Draht Elternseite. Ein schlechtes Zeugnis bedeutet nicht, dass das Kind in der Zukunft nicht erfolgreich sein kann.
Bestrafung ist keine Lösung
Eine negative Reaktion oder gar Bestrafung, wie ein Handy- oder Gaming-Verbot, ist laut Rankl kontraproduktiv. Vielmehr sollte die Situation als Herausforderung wahrgenommen werden, die gemeinsam bewältigt werden kann. „Machen Sie miteinander einen Plan, wie es künftig besser laufen könnte. Das gibt Sicherheit und Orientierung“, empfiehlt die Expertin.
Anstrengungen loben & Positives hervorheben
Wenn ein Kind schlechte Noten nach Hause bringt, ist es für die Eltern entscheidend, die Anstrengungen des Kindes zu würdigen, selbst wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind. „Statt mehr Kritik braucht es die Gewissheit, dass die Eltern hinter ihm stehen. Frei nach dem Motto: Wir schauen jetzt gemeinsam, was wir tun können“, so Rankl. Es ist wichtig, den Fokus nicht nur auf die negativen Aspekte zu legen, sondern auch die positiven Aspekte hervorzuheben, wie gute Noten in anderen Fächern oder besondere Talente und Fähigkeiten des Kindes.
Ferien ein wenig genießen
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Kinder die Möglichkeit haben sollten, ihre Ferien zu genießen und sich eine Auszeit zum Abschalten und Auftanken zu nehmen. Es sollte vermieden werden, dass die Ferien zu einer Zeit des Lernens und der Nacharbeit werden.
Gemeinsam lernen & Nachhilfe nehmen
Die Beratung durch externe Experten kann ebenfalls hilfreich sein. „Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwa das gemeinsame Lernen mit Ihren Kind nicht klappt und sie dabei immer wieder in Streit geraten – sie sind damit keine Ausnahme. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen“, sagt Rankl. Dabei kann es sich um Bekannte, Nachbarn oder Verwandte handeln, die als Lernunterstützung einspringen können, oder um professionelle Unterstützung in Form von Nachhilfeunterricht. Auch das Team der Elternseite steht Eltern zur Verfügung und bietet Beratungen via Videochat an.
Mit diesen Tipps können Eltern ihre Kinder trotz schlechter Noten unterstützen und dabei helfen, zukünftig bessere Ergebnisse zu erzielen. Denn am Ende des Tages geht es nicht nur um Noten, sondern um das Wohlbefinden und die Entwicklung des Kindes.