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Seuchenalarm

„Niemand kennt das wahre Ausmaß“ – Ebola im Kongo gerät außer Kontrolle

„Niemand kennt das wahre Ausmaß“ – Ebola im Kongo gerät außer Kontrolle
FOTO: EPA/DIEUDONNE DIROLE
2 Min. Lesezeit |

Im Nordosten der DR Kongo breitet sich Ebola rasant aus – und die Lage droht, außer Kontrolle zu geraten.

In der Demokratischen Republik Kongo verzeichnen die Gesundheitsbehörden im Nordosten des Landes einen anhaltend starken Anstieg der Ebola-Infektionen. Innerhalb eines einzigen Tages kletterte die Gesamtzahl der Fälle um 72 auf 782, wie das Informationsministerium des zweitgrößten Staates Afrikas am heutigen Tag mitteilte. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der bestätigten Todesfälle im selben Zeitraum um 32 auf nunmehr 181.

Da die aktuellsten offiziellen Zahlen vom 13. Juni stammen, ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Fallzahl bereits höher liegt. Die Sterblichkeitsrate wird mit 23,1 Prozent angegeben. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation gibt für Ebola-Ausbrüche eine typische Fallsterblichkeitsrate von etwa 50 Prozent an, mit beobachteten Spannweiten zwischen 25 und 90 Prozent je nach Virusvariante und Versorgungssituation – die aktuell im Kongo berichtete Rate liegt damit am unteren Rand der für Ebola bekannten Spannbreite. Derzeit befinden sich laut Ministerium 359 Patientinnen und Patienten in Spitälern und Isolierstationen in Behandlung.

Alarmierende Lücken

Als besonders problematisch gilt nach wie vor die Nachverfolgung von Kontaktpersonen: Mit einer Rate von 56,5 Prozent bleibt sie deutlich hinter der angestrebten Zielmarke zurück. Einen Monat nach dem Bekanntwerden des Ausbruchs in der Provinz Ituri schlägt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) Alarm. Die Organisation warnte, dass erhebliche Lücken bei Überwachung und Kontaktverfolgung die Bemühungen zur Eindämmung der hochgefährlichen Krankheit ernsthaft gefährden.

„Niemand kennt das wahre Ausmaß oder die genauen Ausbreitungsorte“, sagte Katy While, medizinische Notfallkoordinatorin von MSF. „Wir wissen jedoch, dass die meisten Behandlungszentren in der Provinz Ituri überlastet sind; viele unserer Patienten erreichen uns erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, und die meisten wurden vor ihrer Behandlung weder als Kontaktpersonen identifiziert noch überwacht“, so While.

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KO KOSMO-Redaktion
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