Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Fitnesstrend

Nikkei-Fitness: So revolutioniert Japan das Laufen für Bewegungsmuffel

Nikkei-Fitness: So revolutioniert Japan das Laufen für Bewegungsmuffel
(istockphoto: Slow Jogging)
3 Min. Lesezeit |

Langsam laufen, große Wirkung erzielen: Der japanische Trend Slow Jogging revolutioniert den Laufsport mit minimalistischen Schritten und maximalen Gesundheitsvorteilen.

Fitness muss nicht immer mit Hochgeschwindigkeit verbunden sein – das beweist Slow Jogging eindrucksvoll. Der aus Japan stammende sanfte Lauftrend eröffnet einen entspannten Zugang zur Laufbewegung: schonend für die Gelenke, wirkungsvoll und erstaunlich vielseitig einsetzbar. Besonders für Menschen, die vor intensiven Trainingseinheiten zurückschrecken, bietet Slow Jogging einen idealen Einstieg in die Welt der Bewegung.

Auf den ersten Blick mag die Technik etwas ungewöhnlich erscheinen. In einer YouTube-Aufnahme der „Welt“ bewegt sich eine kleine Gruppe Erwachsener mit minimalistischen Schritten durch den Wald – von Geschwindigkeit kann dabei kaum die Rede sein. Selbst gemächlich laufende Freizeitjogger würden an den „Slow Joggern“ mühelos vorbeiziehen.

Die Technik des Slow Joggings setzt auf mindestens 180 Schritte pro Minute. Diese Methode verbindet Elemente des Gehens und Laufens und schont dabei besonders die Gelenke. Entscheidend ist dabei, ausschließlich mit den Mittelfüßen aufzutreten – im Gegensatz zum herkömmlichen Jogging, bei dem der Fersenkontakt dominiert. Dadurch reduziert sich die Belastung für Hüfte, Knie und Wirbelsäule erheblich.

Schonende Bewegungsform

Diese schonende Fortbewegungsart eignet sich hervorragend für Einsteiger und Menschen mit Übergewicht, die ihre körperliche Fitness steigern möchten. Auch Personen, die dem Laufsport bisher wenig abgewinnen konnten, finden durch Slow Jogging oft neue Motivation. Der Hauptgrund: Viele Laufanfänger überfordern sich durch ein zu hohes Anfangstempo. Das bewusst reduzierte Tempo beim Slow Jogging ermöglicht den positiven Dopamin-Effekt – ohne anschließend erschöpft und mit hochrotem Gesicht nach Hause zu kommen.

Die gesundheitlichen Vorteile des Slow Joggings stehen denen des klassischen Laufens in nichts nach – es bietet die Möglichkeit, sich körperlich zu verausgaben und gleichzeitig das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme zu senken. Ambitionierte Läufer zweifeln jedoch häufig: Kann man bei diesem gemäßigten Tempo überhaupt nennenswert Kalorien verbrennen? Die Antwort des Sportmediziners Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband ist eindeutig: Absolut. Die Kalorienverbrennung beim langsamen Laufen ist genauso effektiv wie beim schnellen – man benötigt lediglich mehr Zeit. Der konkrete Kalorienverbrauch beim (Slow) Joggen variiert je nach individuellen Faktoren wie Körpergewicht und Geschlecht.

Glückshormone freisetzen

Ein zusätzlicher Vorteil des Slow Joggings liegt in der Ausschüttung von Glückshormonen. Bereits nach einer halben Stunde setzt der Körper Anandamid frei – einen Stoff mit ähnlicher Wirkung wie der Hauptwirkstoff von Cannabis. Diese Aspekte machen den Fitnesstrend definitiv einen Versuch wert.

In Deutschland hat sich Slow Jogging noch nicht flächendeckend etabliert, während es in Japan bereits große Popularität genießt. Für alle Interessierten: Wählen Sie für das Slow Jogging bequeme Sportschuhe mit leichten, flexiblen Sohlen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen