Niederösterreich und Kroatien rücken wirtschaftlich enger zusammen – eine Delegationsreise macht deutlich, wie viel beide Seiten verbindet.
Seit dem EU-Beitritt im Jahr 2013 hat sich Kroatien schrittweise zu einem wirtschaftlichen Vorreiter in der Westbalkan-Region entwickelt. Ungeachtet verschiedener Krisenperioden verzeichnet das Land anhaltend positive Wachstumszahlen – für 2025 wird ein BIP-Anstieg von 3,1 Prozent erwartet. Sowohl die Staatsverschuldung als auch das Budgetdefizit bewegen sich unterhalb der Maastricht-Grenzwerte.
Diese wirtschaftliche Stabilität macht Kroatien, begünstigt durch die geografische Nähe, zu einem gefragten Investitionsstandort für österreichische Unternehmen. Österreich nimmt unter den ausländischen Investoren den zweiten Platz ein: Die kumulierten ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich laut vorläufigen Daten Ende 2024 auf 6,63 Milliarden Euro – übertroffen lediglich von den Niederlanden. Zum Vergleich: Ende des dritten Quartals 2022 lagen die österreichischen Direktinvestitionen noch bei 5,45 Milliarden Euro.
Mikl-Leitners Zagreb-Besuch
Im Zuge einer Delegationsreise stattete Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner der kroatischen Hauptstadt Zagreb einen Besuch ab. Bei einem Gespräch mit dem kroatischen Verteidigungsminister Ivan Anusic betonte sie: „Wir sind nicht nur Partner, sondern auch Freude. Und Freude braucht es in herausfordernden Zeiten.“
Auf dem Programm stand auch ein Besuch beim niederösterreichischen Familienunternehmen Austrotherm im rund 30 Kilometer nördlich von Zagreb gelegenen Zabok. Das Unternehmen hat dort rund 12 Millionen Euro in zeitgemäße Produktionsanlagen für Dämmstoffe investiert und dabei etwa 30 neue Arbeitsplätze geschaffen. „Der Besuch bei Austrotherm zeigt, wie erfolgreich österreichische Unternehmen in Kroatien investieren und gleichzeitig Innovation und Beschäftigung schaffen“, so Mikl-Leitner.
Austrotherm in Zabok
Das Familienunternehmen Austrotherm zählt zu den führenden Herstellern energiesparender und klimaschützender Wärmedämmung in Mittel- und Osteuropa. Das Produktportfolio umfasst hochwertige EPS- und XPS-Dämmstoffe sowie Speziallösungen für neue Anwendungsbereiche – vertrieben in Österreich wie auch europaweit.
Der Standort in Zabok verfügt über rund 8.000 Quadratmeter an Produktions-, Lager- und Büroflächen und beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mikl-Leitner würdigte das Unternehmen mit den Worten: „Die Firma Austrotherm steht für Innovationskraft, Mut und Zuversicht. Danke an die Unternehmensführung für mutige und richtige Entscheidung, und danke an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren täglichen Einsatz und ihr Engagement.“
Neben Austrotherm sind auch weitere niederösterreichische Unternehmen in Kroatien wirtschaftlich aktiv. DOKA ist mit mehreren Standorten im Land vertreten, Cargo Partners baut seine kroatischen Kapazitäten fortlaufend aus, und die EVN ist als verlässlicher Partner im Bereich der Gasverteilnetze präsent.