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ERSCHRECKEND

Österreich: Zahl der Insolvenzen erneut gestiegen

INSOLVENZ
(FOTO: iStock/Ralf Geithe)

Aktuelle Hochrechnung des Kreditschutzverbandes KSV1870 zeigt sogar 13 Firmeninsolvenzen pro Tag – nämlich in den ersten neun Monaten im Jahr 2022 sind 3.482 Unternehmen in Österreich von Insolvenzen betroffen. Auch Privatinsolvenzen nehmen zu.

Laut KSV1870 hat sich die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Sie stiegen um 92 Prozent, und zwar auf 3.482 Fälle. Die geschätzten Verbindlichkeiten stiegen um 88 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro, die Zahl der betroffenen Mitarbeiter auf 9.800 (+72 Prozent). Es gab 6.209 Privatinsolvenzen, das sind 24 Prozent mehr – bei durchschnittlich 107.000 Euro Schulden pro Insolvenz.

Die Liste der Herausforderungen, mit denen sich Unternehmen seit mehreren Monaten auseinandersetzen müssen, habe sich auch in den Sommermonaten nicht verkürzt, sagte Karl-Heinz Götze, Leiter der KSV. Trotzdem liegt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen immer noch 9 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Jahr 2019, also vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

„Anhaltende Kostenexplosionen, gravierende Lieferengpässe und die schwierige Suche nach Personal sind nur einige wenige Faktoren, warum sich die wirtschaftliche Gesamtsituation zuletzt verschlechtert hat“, erklärt Götze. KSV hält es für besorgniserregend, dass 40 Prozent aller Firmeninsolvenzen in diesem Jahr wegen fehlender Kostenübernahme abgelehnt wurden. Im vergangenen Jahr waren es 32 Prozent. Der Anstieg liege daran, dass viele Unternehmen viel früher Insolvenz anmelden mussten, so Götze.

Durch die Fortführung der Arbeiten würden jedoch die letzten Ressourcen aufgebraucht, wodurch eine Sanierung nicht mehr möglich wäre. Dies führt zum Verlust von Arbeitsplätzen, und die Gläubiger bleiben ohne Geld, das ihnen zusteht.

Auch Privatinsolvenzen aufgrund der hohen Inflation nehmen weiter zu. Bei Privatinsolvenzen gab es 23 Öffnungen pro Tag. Auch hier sind die Gesamtverbindlichkeiten gestiegen. Die Summe stieg um gut 16 Prozent auf rund 665 Millionen Euro.

Laut Götze werden die Portemonnaies der Menschen in Österreich derzeit stark durch die Inflation belastet – gestiegene Energiekosten und Preiserhöhungen in Supermärkten.

Teaser: Im Jahr 2022 wurden bisher 13 Firmenpleiten pro Tag gezählt. Insolvenz ist keine Seltenheit mehr.

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