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Ernteeinbruch

Österreichs Ernte bricht massiv ein – diese Lebensmittel sind betroffen

Österreichs Ernte bricht massiv ein – diese Lebensmittel sind betroffen
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4 Min. Lesezeit |

Hitze und Trockenheit treffen Österreichs Felder hart – mit Folgen, die weit über die Getreideernte hinausreichen.

Anhaltende Hitze und Trockenheit haben der österreichischen Landwirtschaft in diesem Jahr einen empfindlichen Rückschlag versetzt. Laut einer Bilanz der Agrarmarkt Austria (AMA) wird die Gesamtproduktion bei Getreide auf 4,5 Millionen Tonnen geschätzt – ein Rückgang von 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 12,2 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert. Ohne Körnermais beläuft sich die erwartete Erntemenge auf rund 2,5 Millionen Tonnen, was einem Minus von 19 Prozent im Jahresvergleich und 14,4 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt entspricht.

Massive Ernteverluste

Besonders ausgeprägt sind die Verluste beim Weichweizen, dessen Erntemenge auf rund 1,24 Millionen Tonnen zurückgeht – 22,4 Prozent weniger als im Vorjahr und 18,4 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Neben einer reduzierten Anbaufläche ist vor allem der um 22,2 Prozent gesunkene Hektarertrag dafür verantwortlich. Auch beim Hartweizen, der als Rohstoff für die Teigwarenproduktion unverzichtbar ist, sind die Einbußen erheblich: Die Ernte liegt mit 108.000 Tonnen um 26 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Bei Roggen werden 132.000 Tonnen erwartet, ein Rückgang von 7,1 Prozent. Die Gerstenproduktion sinkt um 12,4 Prozent auf rund 708.000 Tonnen. „Die Witterung hat deutliche Spuren bei den Erträgen hinterlassen“, erklärt AMA-Vorstandschef Günter Griesmayr.

Trotz der spürbar gesunkenen Erntemengen sieht die AMA die Versorgung mit Brot, Mehl und Backwaren als gesichert an. Vom geernteten Weichweizen in Höhe von rund 1,24 Millionen Tonnen benötigt die heimische Mühlenwirtschaft etwa 650.000 Tonnen. Beim Roggen steht einem Erntevolumen von 132.000 Tonnen ein Vermahlungsbedarf von rund 90.000 Tonnen gegenüber.

Auch die erwartete Hartweizenproduktion von 108.000 Tonnen deckt den Bedarf von rund 93.000 Tonnen ab. Die gesamte Mahlgetreideernte dürfte rund 1,5 Millionen Tonnen erreichen, wovon die Mehl- und Backwarenwirtschaft zwischen 800.000 und 880.000 Tonnen benötigt.

Weniger Menge bedeutet in diesem Jahr jedoch nicht zwangsläufig geringere Qualität. In weiten Teilen Österreichs weist das geerntete Brotgetreide laut AMA eine hohe Qualität auf. Beim Weizen liegt der Anteil an Qualitäts- und Premiumware heuer bei rund 70 Prozent und übertrifft damit die Werte der Vorjahre deutlich.

Die trockene Witterung hat zudem das Auftreten von Pflanzenkrankheiten reduziert. Auch Bio-Betriebe konnten davon profitieren, da längere Zeitfenster für die mechanische Unkrautregulierung zur Verfügung standen. Der Ertragsunterschied zwischen biologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben fällt in dieser Saison daher geringer aus als üblich.

Sorgen um Herbstkulturen

Wie stark die Herbstkulturen von der anhaltenden Trockenheit betroffen sein werden, ist derzeit noch offen. AMA-Verwaltungsratsvorsitzender Lorenz Mayr blickt mit „großer Sorge“ auf die kommenden Monate. Er rechnet mit deutlichen Einbußen bei Mais, Kartoffeln, Soja und Zuckerrüben. Lediglich Zuckerrüben könnten bei ausreichend Regen noch zulegen – bei allen anderen Kulturen sei die Entwicklung bereits abgeschlossen.

Trotz der knapperen Ernte führt dies nicht automatisch zu steigenden Getreidepreisen. Nach Angaben der AMA wirken am Markt derzeit gegenläufige Kräfte. Auf der einen Seite könnten die Trockenheit, die anhaltenden Krisen in der Schwarzmeerregion und am Persischen Golf sowie Ernteschäden in den USA preistreibend wirken. Auf der anderen Seite dämpfen hohe Lagerbestände aus der Ernte 2025 sowie ein schwächerer US-Dollar den Preisauftrieb.

Die Situation beschränkt sich nicht auf Österreich. Für die 27 EU-Mitgliedstaaten wird in diesem Jahr eine Getreideernte von rund 262,8 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Besonders deutlich fällt der Einbruch bei der Maisernte aus: Laut Prognosen der Europäischen Kommission sinkt sie um 13,8 Prozent auf 51,9 Millionen Tonnen.

Weichweizen und Gerste dürften jeweils um 8,2 Prozent zurückgehen. Auch Frankreich, Deutschland, Polen und Rumänien verzeichnen kleinere Ernten.

Den stärksten Einbruch meldet Ungarn mit einem erwarteten Rückgang von 17,1 Prozent.

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KO KOSMO-Redaktion
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