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MAASTRICHT

Österreichs Schulden steigen auf 394,8 Milliarden Euro

Staatsschulden steigen in Österreich. Vizekanzler Werner Kogler (l.), Bundeskanzler Karl Nehammer (m.) und Finanzminister Magnus Brunner (r.). FOTO: BKA/Andy Wenzel
Vizekanzler Werner Kogler (l.), Bundeskanzler Karl Nehammer (m.) und Finanzminister Magnus Brunner (r.). FOTO: BKA/Andy Wenzel

Die Bundesrepublik Österreich verzeichnet erneut einen Anstieg ihrer Staatsverschuldung. Nach Angaben der Statistik Austria nahm der Schuldenstand des öffentlichen Sektors in der ersten Jahreshälfte um 23,1 Milliarden Euro zu, was den Schuldenbestand zum 30. Juni auf 394,8 Milliarden Euro anwachsen ließ.

Deutlich über Maastricht-Vorgaben

Die Schuldenquote des Landes stieg in den ersten sechs Monaten von 78,6 Prozent auf 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), womit sie weiter von der Obergrenze von 60 Prozent gemäß den Maastricht-Kriterien entfernt ist. Obwohl auch die Staatseinnahmen um 5,6 Milliarden Euro oder fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind, konnten sie die deutlich stärkeren Ausgabensteigerungen von 9,6 Milliarden Euro oder 7,9 Prozent nicht ausgleichen. Das öffentliche Defizit für das erste Halbjahr 2024 beläuft sich auf 11,4 Milliarden Euro, 3,9 Milliarden Euro mehr als im Vergleichszeitraum 2023.

Einnahmen und Ausgaben

Die Steuereinnahmen erhöhten sich im ersten Halbjahr um 3,2 Prozent, blieben jedoch hinter den Zuwächsen der Vorjahre zurück. Kräftiger stiegen die Einnahmen aus Sozialbeiträgen um 8,1 Prozent, was insbesondere auf hohe Gehaltsabschlüsse zurückzuführen ist. Die wesentlichen Ausgabenerhöhungen resultierten aus der Anpassung der Sozialleistungen an die Inflation, die um 4,3 Milliarden Euro gestiegen sind. Sowie aus höheren Gehältern im öffentlichen Dienst, die um 2,1 Milliarden Euro zulegten. Zusätzlich stiegen die Finanzzuweisungen an Länder und Gemeinden im Rahmen des Finanzausgleichs erheblicher an.

Eine leicht entlastende Entwicklung zeigt sich bei den Subventionsausgaben, die aufgrund des Auslaufens der Maßnahmen zur Senkung der hohen Energiepreise um 24,4 Prozent gesunken sind.