Vom Verbündeten zum Widersacher: Der Milliardär, der Millionen in Trumps Wahlkampf investierte, führt nun einen digitalen Feldzug gegen den Präsidenten und dessen Steuerpläne.
Die einstige Allianz zwischen Elon Musk und Donald Trump ist in eine offene Konfrontation umgeschlagen. Der Tech-Unternehmer hat auf seiner Plattform X eine regelrechte Kampagne gegen Trumps Steuergesetzgebung initiiert. Musk behauptet dabei unverblümt, Trump hätte ohne seine Unterstützung weder die Präsidentschaftswahl gewonnen noch hätten die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus errungen. Als Motivation für seine Angriffe nennt Musk die mangelnde Dankbarkeit des ehemaligen Präsidenten.
Die Auseinandersetzung verschärfte sich, als Musk einen Beitrag veröffentlichte, der Trump mit den Akten des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Verbindung brachte. Epstein verstarb 2019 unter ungeklärten Umständen in Haft, was zahlreiche Spekulationen über seine Kontakte zu prominenten Persönlichkeiten, darunter auch Trump, auslöste. Obwohl offizielle Untersuchungen von einem Suizid ausgehen, halten sich besonders in konservativen Kreisen hartnäckig alternative Theorien zum Todeshergang.
Millionenschwere Unterstützung
Die aktuelle Zerrüttung steht in starkem Kontrast zur früheren Unterstützung Musks für Trumps Wahlkampf, in den der Milliardär mehr als 250 Millionen Dollar investierte. Musk engagierte sich sogar persönlich im Wahlkampf, was zunächst zu einer Festigung der Beziehung zwischen beiden Männern führte. Nach Trumps Wahlsieg avancierte Musk zu einem engen Vertrauten des Präsidenten, zog sich jedoch bereits im Mai aus Washington zurück.
In jüngster Zeit startete Musk eine Umfrage auf seiner Plattform X, in der er die Nutzer befragte, ob die Zeit für eine neue, zentristisch ausgerichtete politische Partei gekommen sei. Er bezeichnete Trumps Steuergesetzgebung als „widerliche Abscheulichkeit“ und warnte Kongressabgeordnete vor negativen Konsequenzen, sollten sie dem Gesetz zustimmen. Musk forderte seine Anhängerschaft auf, sich gegen diese Gesetzesinitiative zu positionieren.
Wirtschaftliche Interessen
Trump reagierte gelassen auf Musks Kampagne und bezeichnete das umstrittene Steuergesetz als „Big Beautiful Bill“. Er vermutet wirtschaftliche Interessen hinter Musks Opposition, insbesondere im Hinblick auf staatliche Förderungen für Elektrofahrzeuge.
⇢ Enttäuscht“ – Musk zerlegt Trumps „Big Beautiful Bill“ live im TV
Ein weiterer Streitpunkt zwischen den beiden Männern betrifft die gescheiterte Nominierung von Jared Isaacman zum NASA-Leiter, die von Musk befürwortet wurde. Isaacman, der geschäftliche Verbindungen zu Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX unterhält, wurde letztlich nicht ernannt – eine Entscheidung, die Musk enttäuschte.
Die Entwicklung verdeutlicht, wie schnell sich politische Bündnisse auflösen können, wenn persönliche und wirtschaftliche Interessen kollidieren.
Was als strategische Partnerschaft begann, hat sich innerhalb weniger Monate in eine öffentlich ausgetragene Fehde verwandelt, die sowohl von politischen Differenzen als auch von persönlichen Kränkungen geprägt ist.