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Parkkontroverse

Parkkampf in Wien: Neos und Grüne gegen Gratis-Parken am Samstag

Kurzparkzone Parken
(Symbolbild FOTO: iStock)

Parken am Samstag könnte in Wien bald kosten. Grüne und Neos fordern gebührenpflichtige Kurzparkzonen – 40 Millionen Euro Mehreinnahmen winken der Stadt.

In Wien entfacht die Forderung des Wien-Neubau Bezirksvorstehers Markus Reiter (Grüne) nach kostenpflichtigem Parken an Samstagen eine politische Debatte. Reiter hatte darauf hingewiesen, dass der Stadt Wien durch das gebührenfreie Parken an Samstagen jährlich Einnahmen von bis zu 40 Millionen Euro entgehen.

Der Vorstoß des grünen Bezirkspolitikers findet nun auch bei den Neos Anklang. Bereits 2021 hatten Vertreter beider Parteien in Wien-Innere Stadt einen gemeinsamen Antrag zur Ausweitung der Kurzparkzone auf Samstage eingebracht. Hintergrund ist die Problematik, dass Kurzparkzonen innerhalb des Gürtels an Wochenenden faktisch zu Dauerparkplätzen werden, was die Parkplatzsuche für Anwohner erheblich erschwert.

Neos-Unterstützung

Die Wien-Neubau Neos-Klubvorsitzende Julia Deutsch erklärt dazu: “Für uns wäre eine ausgeweitete Gültigkeitsdauer der Kurzparkzone, z.B. an Samstagen bis 22 Uhr in den innerstädtischen Bezirken, denkbar”. Sie betont jedoch, dass eine solche Regelung mit weiteren Maßnahmen zur gerechteren Aufteilung des öffentlichen Raums einhergehen müsse: “Der gewonnene Raum muss den Wienern zugutekommen – durch mehr Grünflächen, eine höhere Aufenthaltsqualität oder sichere Radinfrastruktur.” Besonders in den inneren Bezirken mit ihrem dichten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Rad- und Fußwegen sehe man durch externen Verkehr Herausforderungen für Anrainer, während gleichzeitig in vielen Parkgaragen ausreichend Kapazitäten vorhanden seien.

Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) wurde vom Bezirk Wien-Neubau über das Anliegen informiert. Bezirksvorsteher Reiter schlägt vor, die zusätzlichen Einnahmen gezielt für klimaschützende und standortfördernde Projekte zu verwenden – etwa für Begrünungen, Entsiegelung von Flächen, kühlende Stadträume, sichere Wege, attraktivere Geschäftsstraßen und Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Wirtschaft.

ÖVP widerspricht

Deutlichen Widerspruch gibt es hingegen von der Wiener ÖVP. “Solche Maßnahmen bedeuten nur weitere Belastungen für die Menschen in Wien, gegen die wir uns ganz klar aussprechen”, erklärt der Bezirksvorsteher von Wien-Innere Stadt und Wiener ÖVP-Chef Markus Figl.

Er verweist darauf, dass bereits zum 1. Jänner 2026 – neben zahlreichen anderen Verteuerungen – die Preise für Parkscheine und das Parkpickerl signifikant erhöht werden.