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Sozialkürzung

Plakolm fordert Integration – Ukrainer verlieren Beihilfe

Plakolm fordert Integration – Ukrainer verlieren Beihilfe
Claudia Plakolm. FOTO: BKA/Regina Aigner
3 Min. Lesezeit |

Ab November 2025 endet die Familienbeihilfe für ukrainische Vertriebene in Österreich. Der Verein „Steiermark hilft“ warnt eindringlich vor den sozialen Folgen dieser Entscheidung.

Laut Marion Bock vom Verein würde einer ukrainischen Mutter mit zwei Kindern dann nur noch ein monatliches Budget von 213 Euro pro Person zur Verfügung stehen. „Damit muss von Windeln über Bastelsachen bis zu Öffi-Tickets alles gekauft werden“, erklärt Bock. Ihre Berechnungen zeigen, dass zahlreiche Familien dadurch unter die Armutsgrenze fallen könnten.

Besonders dramatisch sei die Situation für Familien mit behinderten Kindern, die bisher erhöhte Familienbeihilfe erhielten und künftig durchschnittlich 400 Euro monatlich weniger haben werden. „Wir kennen Familien, die deswegen schon zurück in die Ukraine gegangen sind“, berichtet Bock besorgt und kündigt an, weiterhin für finanzielle Unterstützung zu kämpfen.

Widersprüchliche Politik

Für Diskussionen sorgt derzeit der Fall einer syrischen Familie mit elf Kindern, die monatlich 9000 Euro Sozialhilfe erhält. Parallel dazu wird an anderer Stelle der Rotstift angesetzt: Die Familienbeihilfe für rund 88.000 ukrainische Geflüchtete in Österreich – darunter 26.500 Minderjährige – soll auslaufen.

Besonders widersprüchlich erscheint dabei, dass die Beihilfe bisher stets analog zum EU-Vertriebenenstatus verlängert wurde. Dieser Status, der Ukrainern im Gegensatz zu Asylwerbern nicht nur Grundversorgung, sondern auch Arbeitsmarktzugang garantiert, gilt noch bis März 2026. Die Familienbeihilfe hingegen endet bereits im November 2025.

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Integration im Fokus

Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) appelliert an die Eigenverantwortung der Betroffenen. „Wer bei uns leben will, muss Teil werden. Das bedeutet, die deutsche Sprache zu lernen, zu arbeiten und sich an unsere Werte zu halten“, fordert die Ministerin. An einer Nachfolgeregelung werde gearbeitet.

Studien zufolge sind derzeit etwa 30 bis 40 Prozent der Vertriebenen erwerbstätig. Marion Bock vom Verein „Steiermark hilft“ entgegnet: „Österreich ist längst der Lebensmittelpunkt dieser Familien. Die Menschen arbeiten hier, die Kinder gehen hier zur Schule. Andere würden gerne arbeiten, bekommen aber keinen Kinderbetreuungsplatz.“

Seit Kriegsbeginn gewährt Österreich ukrainischen Flüchtlingen Schutz – ein Grundsatz, zu dem sich das Land weiterhin bekennt. Gleichzeitig betont die Politik die Notwendigkeit der Integration. Die Betroffenen selbst verweisen darauf, dass sie längst Teil der österreichischen Gesellschaft geworden sind, ihre Kinder hier zur Schule gehen und viele bereits arbeiten.

Für jene, die noch keinen Job haben, sei oft der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen das Haupthindernis für den Einstieg ins Berufsleben.

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KO KOSMO-Redaktion
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