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Praljaks Abschiedsbrief: der letzte Wunsch des verurteilten Generals

Praljaks Abschiedsbrief
(FOTO: AFP)

Slobodan Praljaks Selbstmord vor den Augen der Öffentlichkeit im Den Haager Gerichtssaal sorgte für eine Welle an unterschiedlichen Reaktionen. Nicht nur die Balkanregion, sondern auch international wurde die Selbstvergiftung des Generals heftig kommentiert.

Wegen Kriegsverbrechen in Mostar (Bosnienkrieg 1992/93) wurde Praljak, der frühere Befehlshaber des Kroatischen Verteidigungsrats (HVO) in Herceg Bosna, zu 20 Jahren verurteilt worden.

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„Dieser Vorfall war bereits das zweite Mal, dass verbotene Substanzen in das Tribunal gelangten“, so Florence Hartmann, welche mit dieser Aussage auf Slobodan Milošević verwies.

Nachdem der Richter das Urteil verkündete, kommentierte Praljak: „Ich bin kein Krimineller. Ich weiße die Verurteilung zurück.“ – woraufhin er eine kleine braune Flasche zückte, daraus trank und sich so vor den Augen aller Anwesenden im Gerichtssaal und der Welt via Live-Stream selbst vergiftete.

Wie das kroatische Medium „Večernji list“ berichtet, soll im Haus von Praljaks Familie in Zagreb-Kraljevec ein Abschiedsbrief gefunden worden sein.

Der Brief selbst sei vor zwei Jahren verfasst und versiegelt worden. Zudem war auf dem Kuvert zu lesen, dass dieses Schreiben nur im Falle seines Todes geöffnet werden darf:

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„Ich möchte weder ein Grab, noch eine Beerdigung. Verstreut meine Asche über Mirogoj [Anm. d. Red. Zentralfriedhof der kroatischen Hauptstadt Zagreb“, schrieb er seinem Abschiedsbrief.