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Schwarzarbeit

Razzia in Hotel: Festnahmen wegen Verdacht auf Menschenhandel

Razzia in Hotel: Festnahmen wegen Verdacht auf Menschenhandel
FOTO: iStock
2 Min. Lesezeit |

Versteckt auf der Toilette, ohne Papiere, tausende Kilometer von der Heimat entfernt – ein Tiroler Hotel wurde zum Tatort.

Ende Februar rückte die Finanzpolizei nach einer anonymen Anzeige zu einem Hotel im Bezirk Landeck in Tirol aus. Der Hinweis hatte sich auf die unerlaubte Beschäftigung brasilianischer Staatsangehöriger in dem Betrieb bezogen. Bei der daraufhin durchgeführten Beschäftigungskontrolle versuchten zwei Personen noch rechtzeitig, sich auf der Toilette beziehungsweise im Waschraum zu verbergen.

Die Beamten trafen insgesamt acht Arbeiterinnen und Arbeiter an, die nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren. Lediglich ein einziger der vor Ort angetroffenen Beschäftigten verfügte über eine ordnungsgemäße Anmeldung. Tatsächlich hatte der Hotelbetreiber nur vier Personen regulär gemeldet.

Verdacht auf Menschenhandel

Die Kontrolle wurde gemeinsam mit der fremden- und grenzpolizeilichen Einheit PUMA der Landespolizeidirektion Tirol durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz erforderlichen Dokumente vollständig fehlten. Acht Personen wurden daraufhin wegen unrechtmäßigen Aufenthalts im Bundesgebiet festgenommen.

Gegenüber dem Landeskriminalamt Tirol behaupteten die Betroffenen zunächst, sich als Urlauber in dem Beherbergungsbetrieb aufzuhalten. Kurz darauf schilderten sie jedoch, bereits in Brasilien gezielt für eine Arbeit in Österreich angeworben und anschließend vom Hotelbetreiber illegal eingesetzt worden zu sein. Damit erhärtete sich neben dem Verdacht auf gewerbsmäßige Schwarzarbeit auch der Verdacht, dass die brasilianischen Staatsangehörigen Opfer von Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung wurden.

Drohende Strafen

Im Rahmen einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger als Beweismittel beschlagnahmt. Zudem wurde in der Hotelküche ein weiterer brasilianischer Staatsangehöriger angetroffen, für den weder eine Beschäftigungsbewilligung noch eine Sozialversicherungsanmeldung vorlag.

Die Finanzpolizei wird nun Anzeigen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz, dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz sowie dem Arbeitszeitgesetz einbringen. Auf den Arbeitgeber kommen Strafen in einer Gesamthöhe von rund 40.000 Euro zu. Darüber hinaus wird wegen des Verdachts auf Unterentlohnung ermittelt, wobei auch die genaue Art der Lohnzahlungen noch zu klären ist.

Anzeigen und Kontrollmitteilungen ergehen an das Finanzamt, die Finanzstrafbehörden sowie die Österreichische Gesundheitskasse. Das Landeskriminalamt Tirol erstattet außerdem Anzeige an die Staatsanwaltschaft Innsbruck wegen des Verdachts des Menschenhandels und der Organisierten Schwarzarbeit sowie der Ausbeutung eines Fremden.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) erklärte dazu: „Diejenigen, die andere ausbeuten und nicht ihre Abgaben zahlen, dürfen nicht ungeschoren davonkommen. Denn es gilt, was immer gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug.“

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KO KOSMO-Redaktion
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