Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Recyclingkrise

Recycling-Schock: Ist Pfand auf Batterien geplant?

Recycling-Schock: Ist Pfand auf Batterien geplant?
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Vom genialen Erbe Alessandro Voltas bis zum Brandrisiko in Deponien – Batterien prägen unseren Alltag, doch ihre Entsorgung entwickelt sich zur gefährlichen Herausforderung.

Der „Internationale Tag der Batterie“ fällt nicht zufällig auf den 18. Februar – genau an diesem Tag kam 1745 Alessandro Volta im norditalienischen Como zur Welt. Seine bahnbrechende Erfindung bildete das Fundament für unsere heutige mobile Gesellschaft. Aus dem modernen Alltag sind Batterien und Akkus nicht mehr wegzudenken: Sie versorgen E-Autos, Laptops und Smartphones mit Energie, stecken aber auch in unscheinbaren Gegenständen wie leuchtenden Haarreifen, Kinderschuhen, Glückwunschkarten und elektrischen Zahnbürsten.

Mit seiner „Volta’schen Säule“ legte der italienische Physiker im Jahr 1800 den Grundstein für die Batterietechnologie. Von dort führte der Entwicklungsweg über Blei-Säure-Batterien und Zink-Kohle-Batterien bis zu den heute dominierenden Lithium-Batterien.

In Österreich kamen 2024 etwa 7000 Tonnen Batterien in Umlauf, wobei fast die Hälfte davon bereits auf Lithium-Technologie basiert. Während herkömmliche Batterien eine Sammelquote von 46,5 Prozent erreichen, sieht die Bilanz bei Lithium-Batterien mit nur 13,3 Prozent deutlich schlechter aus.

⇢ Strahlungs-Alarm in Wien: Zwei Arbeiter ins Spital eingeliefert

Wachsender Batteriehunger

Der Anteil an Batterien im Restmüll steigt kontinuierlich. Den 18. Februar nutzen die österreichischen Entsorgungsbetriebe daher als Anlass, um auf die Problematik des wachsenden Batteriehungers aufmerksam zu machen. Nach Schätzungen landen in Österreich etwa drei Millionen Lithium-Batterien im Restmüll – eine Menge, die sich durch die zunehmende Zahl ausrangierter Geräte in den nächsten Jahren voraussichtlich verdoppeln wird.

Die Folgen dieser falschen Entsorgung sind bekannt: Im vergangenen Jahr verursachten falsch entsorgte Batterien 36 Großbrände in Deponien, ganz zu schweigen vom Verlust wertvoller Rohstoffe. Die Zahlen sprechen für sich: Während bei Zylinder- und Knopfbatterien immerhin die Hälfte recycelt wird, liegt die Quote bei Lithium-Batterien bei mageren 13,3 Prozent.

Nur ein kleiner Teil der Lithium-Akkus gelangt in die fachgerechte Entsorgung. Dies führt nicht nur zum Verlust kostbarer Rohstoffe, sondern erhöht auch die Brandgefahr in Recyclinganlagen erheblich. Nur wenn Batterien sowohl als wertvolle als auch potenziell gefährliche Ressource verstanden werden, lassen sich Risiken für Menschen und Umwelt vermeiden.

Pfandsystem gefordert

Zum „Tag der Batterie“ meldete sich auch Umweltminister Norbert Totschnig zu Wort. „Die Abfallwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz, es braucht aber auch die Mithilfe der Bevölkerung“, appelliert Totschnig. Für das Frühjahr ist die Kampagne „Her mit Leer“ geplant, die das öffentliche Bewusstsein für die Thematik schärfen soll. Dass diese Initiative allein ausreicht, um die angestrebte Recycling-Quote von über 70 Prozent zu erreichen, gilt jedoch als unwahrscheinlich.

Ein Pfandsystem scheint daher unausweichlich – und sollte angesichts der massenhaften Batterie-Importe aus Fernost EU-weit eingeführt werden. Die Europäische Kommission muss bis Ende 2027 die Machbarkeit und möglichen Vorteile eines solchen Systems prüfen.

„Das dauert aus meiner Sicht zu lange“, so Totschnig, „wir brauchen rasch ein europäisches System, in dem Batterien unkompliziert zurückgegeben und sicher entsorgt werden können.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen